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Umstellung auf LED Bald erstrahlt Riehen in neuem Licht

Dank einer neuen öffentlichen Beleuchtung spart Riehen pro Jahr 50000 Franken.

Bald sollen die Strassen in Riehen mit energiesparenden LED-Lampen beleuchtet sein.
Bald sollen die Strassen in Riehen mit energiesparenden LED-Lampen beleuchtet sein.
Foto: Dominik Plüss

Für 3,073 Millionen Franken stellt Riehen die öffentliche Beleuchtung auf energiesparende LED-Lampen um. Rund 2600 kommunale Leuchten werden bis Ende 2027 ersetzt. Die neuen, dimmbaren Lampen geben ein zielgerichtetes Licht ab. Jede Leuchte wird für ihren Standort individuell programmiert, wodurch sich die Lichtverschmutzung stark verringert. Der Gemeinderat rechnet damit, dass künftig 160’000 Kilowattstunden Strom gespart werden und die Stromkosten um 50’000 Franken pro Jahr sinken. «Damit kommen wir auch den Energiezielen der Gemeinde ein Stück näher», erklärte Gemeinderat Daniel Hettich (LDP).

Diese Argumente haben überzeugt. Bereits die vorberatende Sachkommission Mobilität und Versorgung (SMV) hatte einstimmig ein Ja empfohlen. An der Einwohnerratssitzung vom Mittwochabend gab es keine Gegenstimmen zum Investitionskredit. «Leider sind die Stromeinsparungen bescheiden», sagte Jürg Sollberger (EVP). Die neuen Leuchten könnten während ihrer Lebensdauer von 20 Jahren nicht amortisiert werden. Weitaus zuversichtlicher zeigte sich Dieter Nill (FDP). Er meinte, es werde mehr gespart als geschätzt. Ernst G. Stalder (SVP) lobte den Gemeinderat für die saubere Ausarbeitung der Submissionskriterien.

Markante Verbesserung

Silvia Merkle-Zäch (GLP) hob die Bemühungen hervor, eine lokale Firma zu berücksichtigen. Heiner Vischer (LDP) sagte, «seine» Fraktion habe diskutiert, was passiere, wenn das Internet ausfalle. Nachdem der Gemeinderat versichert hatte, dass die Leuchten nach der Programmierung ohne Internet funktionieren, sei die LDP beruhigt. Er wohne in einer Strasse mit neuen Leuchten, sagte Vischer: «Die Verbesserung ist markant. Die Lampen strahlen genauer und sind weniger hell für die Umgebung.»

Erstmals nach dem Corona-Ausbruch tagte das Parlament nicht mehr im Exil im Kongresszentrum der Messe Basel, sondern wieder im Einwohnerratsaal in Riehen. Die Parlamentarier und Gemeinderäte politisieren bis auf weiteres zwischen Plexiglaswänden; einige haben einen Mund-Nasen-Schutz getragen.

7 Kommentare
    Rolf Rothacher

    160'000 kWh Strom = 50'000 Franken?

    Das wären über 30 Rappen an Stromkosten pro kWh. Und das vor allem in der Nacht? Und das als mittelgrosser Stromverbraucher? Das kann gar nicht sein.

    In den 50'000 dürften bereits alle erhofften Einsparungen an Unterhaltsarbeiten miteingerechnet sein, aufgrund der längeren Lebensdauer der LEDs.

    Die 1,6% Return-of-Investment sind aber mehr als bescheiden, ja geradezu lächerlich gering. Vor allem, wenn man bedenkt, dass in dieser Rechnung die Graue Energie, die in den bisherigen Investitionen steckt, noch gar nicht berücksichtigt ist.

    Die Anlagen werden nicht in 60 Jahren amortisiert sein, sondern Umwelt-technisch, aufgrund des Verlusts an bereits investierter und nun wertlos gewordener Grauer Energie wohl erst nach 80 oder 90 Jahren.

    Riehen verbraucht zwar etwas weniger Strom für die öffentliche Beleuchtung. Aufgrund der sehr, sehr langen Amortisationsdauer könnte das aber für die Umwelt sogar ein Bärendienst sein. Doch er verkauft sich politisch halt gut, also wird's gemacht.

    Sinnvollerweise hätte man die Umstellung über die nächsten 20 Jahre gemacht, nämlich immer dann, wenn wieder eine Anlage ausfällt und ersetzt werden muss. Doch davon hätten die Politiker nicht profitiert. Die Umwelt ist diesen Leuten letztendlich egal. Sie rechnen sich auf den Papier ihre Welt einfach zurecht.