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Ende des Lockdowns in der RegionSicherheitsscheiben im Soho +++ Bangen um Zukunft

Im Soho waren am Montagabend einige Gäste anzutreffen.

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Sicherheitsscheiben im Soho

Das Soho macht das Beste aus der Situation. Elegant verzierte Sicherheitsscheiben stören die stilvolle Ästhetik nicht und tun der guten Stimmung keinen Abbruch - das Lächeln in den Gesichtern der Gäste, mögen sie auch fremd sein, wirken lebensbejahend. Das muss doch Verheissung genug sein für die nächsten Tage und Wochen.

Basels Beizer bangen um Zukunft

Die Beizer freuen sich, dass sie seit Montag wieder Gäste bewirten dürfen. In die Freude mischt sich angesichts der restriktiven Sicherheitsvorschriften und des wirtschaftlichen Rückschlags durch die Corona-Krise jedoch Sorge um die Zukunft. Eine montägliche Beizentour zwischen Aeschenplatz und Barfüsserplatz. Dabei wird auch Kritik am Sicherheitskonzept von GastroSuisse laut.

Basler Wirte zum ersten Tag nach dem Lockdown
Video: Mischa Hauswirth

Feierabendbier im Irish Pub

Im Flanagan‘s Irish Pub am Picassoplatz geniessen die ersten Gäste ihr Feierabendbier. Die Betreiber sind zufrieden - drinnen sind fürs Znacht alle Tische reserviert. Wer in den nächsten Tagen vorbeischauen will, sollte reservieren, um sicher einen Platz zu haben.

Hoppers Bilder werden wieder gesehen

Bei der Fondation Beyeler bestätigt sich, dass das Interesse an den Bildern von Edward Hopper (1882-1967) gross ist. Der erste Slot am Morgen nach dem Lockdown – also die für eine bestimmte Besucherzahl vorgesehene Zeit in der Ausstellung – war ausverkauft. Über Mittag und am Nachmittag dagegen waren noch Kontingente frei.

Georgios Kefalas (Keystone)

Unterricht hinter Plastikplane

Not macht erfinderisch. Auch in den Musikschulen der Region wird seit heute wieder unterrichtet. Für den Instrumentalunterricht gilt: Lehrer und Schüler müssen zwei, teilweise sogar drei Meter Abstand von einander wahren. Als weitere Massnahme haben viele der Schulen Plexiglasscheiben oder, wie hier an der Allgemeinen Musikschule Muttenz, durchsichtige Plastikplanen montiert.

Vorerst nur ein Nonstop-Zug nach Zürich

Die SBB sind heute auf den meisten Strecken zum Normalfahrplan zurückgekehrt, jedoch nicht auf allen. So verzichten sie auf eine von zwei stündlichen Nonstop-Verbindungen zwischen Basel und Zürich: Züge mit Abfahrtszeits xx.06 Uhr ab Basel SBB sucht man momentan im Angebot der Bundesbahnen vergeblich. Nur eine einzige Verbindung – der Eurocity um 16.06 Uhr – wird aufrecht erhalten. Reisende Richtung Zürich müssen stattdessen auf Interregio-Züge oder den um xx.33 Uhr fahrenden Intercity ausweichen. Zudem besteht eine Verbindung mit Umsteigemöglichkeit in Olten (Fahrzeit: 1 Stunde und 6 Minuten).

Wer die Nonstop-Verbindung um xx.06 Uhr zurückhaben möchte, muss sich noch etwas gedulden. Der nächste Angebotsschritt sei für Anfang Juni geplant, schreibt SBB-Mediensprecher Martin Meier auf Anfrage dieser Zeitung. Wie das Angebot ausgebaut werde, hänge indes von den Lockerungsschritten des Bundesrats ab. Die Details würden frühzeitig kommuniziert.

Foto: Keystone

«Endlich wieder offen!»

Normalerweise erfreut in der Kunsthalle ein grosser Blumenstrauss die Gäste. Jetzt steht beim Eingang lediglich eine Flasche Desinfektionsmittel. Basels Beizen sind wieder geöffnet, doch von Normalität ist man am Montag noch weit entfernt. In der Kunsthalle ist die Zahl der Tische halbiert. Es sieht ungewohnt leer aus, das Wort «Halle» bekommt eine neue Bedeutung.

Draussen weint der Himmel, es schüttet in Strömen, doch Geschäftsführerin Claudia Danuser strahlt: «Endlich wieder offen!» Um die Mittagszeit sitzen vor allem Stammgäste im Restaurant. Speisekarten gibt es aus Gründen der Hygiene keine, dafür liegt auf jedem Tisch ein QR-Code, mit dem man die Karte aufs Handy zaubern kann. Und ab morgen Dienstag wird es auch wieder etwas bunter: «Dann wird das traditionelle Blumenbouquet geliefert», sagt Danuser.

Ampel regelt auch den Einlass bei Bider und Tanner

Die Leseratten können sich wieder mit Material eindecken. Bei Bider und Tanner am Bankverein waren zur Mittagszeit in allen Abteilungen ein paar Kundinnen und Kunden am Schmökern. Sowohl im ersten Stock bei den englischsprachigen Büchern wie auch im Parterre bei den deutschsprachigen Romanen oder bei den Sachbüchern.

Corona ist auch bereits in der Kinderbuchabteilung von Bider und Tanner angelangt. Foto: Katrin Hauser
Corona ist auch bereits in der Kinderbuchabteilung von Bider und Tanner angelangt. Foto: Katrin Hauser

Neu geregelt sind der Ein- und Austritt in den Laden. Erstens gibt es am Eingang nun ebenfalls eine Ampel , die die Anzahl der Kunden steuert. Zweitens muss man jetzt durch den ganzen Laden hindurch, um ganz hinten bei der Kinderbuchabteilung den Ausgang zu finden. Etwas mehr Schritte und etwas mehr Buchvielfalt!

Stammgäste bevölkern das Restaurant zum Bären

Das Restaurant zum Bären ist über Mittag gut gefüllt. «Die treue Stammkundschaft», sagt Bruno Wyss. Mit seiner Schwester, Sonja, bewirtschaftet er die bekannte Liestaler Beiz seit mehreren Jahrzehnten. Ohne die Stammkunden hätte man die letzten Woche nicht überstanden. An diesem Montag sitzen sie wieder in ihrer der Beiz.Wenn auch getrennt.


«So ein Seich», sagt Dieter Salathe. Seit Jahren treuer Kunde des Restaurant zum Bären. Gerne hätte er den Mittag mit seinen beiden Kollegen verbracht. Aufgrund der Regelungen ist Ihm das verwehrt. Die Massnahmen gelte es zu akzeptieren. «Wenigstens können wir wieder plaudern.»


Die Gäste wie auch die Geschwister Wyss sind glücklich, den Betrieb wieder aufnehmen zu können. Der Lockdown sei auch für sie sehr schlimm gewesen. «Jetzt müssen wir das bestmögliche daraus machen», sagt Sonja Wyss.

Leere Tische im Vapiano

Eine eher ungewohnte Szenerie war am Montagmittag im Vapiano an der Sternengasse in der City zu beobachten: Um 12.30 Uhr waren nur ganz wenige Tische des italienischen Restaurants besetzt. Normalerweise ist das Lokal - vor allem am Mittag - sehr gut belegt. Alle Hände voll zu tun hatten die Köche hinter dem Buffet dennoch: Aus hygienetechnischen Gründen müssen sie alle paar Minuten ihre Gummihandschuhe wechseln. «Ziemlich viel Aufwand», seufzte eine Mitarbeiterin vorne beim Eingang, «aber wir wollen die Vorschriften exakt umsetzen». Wie lange das Vapiano überhaupt noch offen hat, ist unklar; in Deutschland hat die Restaurantkette kürzlich grosse finanzielle Probleme offengelegt.

Auf was wir uns nach dem grossen Regen freuen können: Fleisch vom Grill

Selbst wenn die Normalität noch ein bisschen warten muss, der Regen der neuen Lebensfreude die Dynamik nimmt, gibt es etwas, auf das wir brennen, die leer gekauften Regale haben es am Wochenende bewiesen: aufs Grillieren, ein gutschweizerischer Kompromiss, nicht zu viel Menschen und rauschende Euphorie auf einmal, aber doch eine Begegnungszone, die der Atmosphäre eines Festes nahe kommt, immerhin. Eine Kolumne.

Ruhige Lage in der Ikea – aber Würstli gibt es

Vor der Ikea in Spreitenbach ZH standen bereits zwei Stunden vor Ladenöffnung die ersten Kunden vor der Tür; im Verlauf der folgenden beiden Stunden bildete sich eine Schlange von 250 Personen. Ruhiger präsentiert sich die Lage am Montagmittag in der Ikea in Pratteln: Im Möbelgeschäft sei nicht sonderlich viel los, berichten BaZ-Reporter vor Ort; Kunden könnten in Ruhe ihren Rundgang zwischen den Bücherregalen, Betten und Sofas absolvieren. Das Restaurant sei geschlossen, «Würstli gibt es aber».

Eltern sind auf dem Schulgelände noch nicht erwünscht

Auch im Kleinbasler Primarschulhaus Theodor findet heute wieder Unterricht statt. In Begleitung von zwei Lehrerinnen werden die Kinder um 9.30 auf dem Pausenplatz abgeholt und ins Schulhaus geführt. Eltern sind auf dem Schulgelände noch nicht erwünscht. Eine Mitarbeiterin befestigt kurz nach dem Start des Unterrichts eine Weisung des Erziehungsdepartements an den Toren zum Trottoir. «Kein Zutritt für Eltern! Warten Sie vor dem Schulareal!», steht da.

«Fast wie ein normaler Montag» im Bücheli-Center

Der Besucheransturm im Bücheli-Center hält sich am Montag in Grenzen.
Der Besucheransturm im Bücheli-Center hält sich am Montag in Grenzen.

Im Schuhgeschäft Müller in Liestal läuft der Betrieb wieder. «Es geht wieder voran», sagt eine Mitarbeiterin. Jedoch sei man von einem grösseren Ansturm ausgegangen. «Überrannt wurden wir nicht.»

Im Bücheli-Center sind derweil mehr Menschen anzutreffen, aber auch hier hält sich der Besucheraufmarsch in Grenzen. Verkaufsangestellte sagen im Gespräch, es seien so viele Kunden da – «fast wie an einem normalen Montag».

Handschuhe und Masken tragen nur wenige Besucher. An die 2-Meter-Regel halten sich alle. Gezwungenermassen. Beim Eingang zum Liestaler Shopping-Center wird einem deutlich klar gemacht, wo es lang geht – Eingang da und Ausgang da. Die Wege sind mit Pfeilen gekennzeichnet.

Auch die einzelnen Geschäfte geben sich Mühe, die Vorschriften des Bundes einzuhalten. Überall Desinfektionsmittel. Manche Eingänge wurden auch abgesperrt, so dass der Überblick nicht verloren geht. «Es ist sehr anstrengend», sagt eine Angestellte des Kleiderladen C&A.

Museen öffnen teils am Montag, teils am Dienstag

Nach der Covid-19 bedingten kulturellen Durststrecke hat der Bundesrat mit seinen ersten Lockerungsmassnahmen auch für die Museen grünes Licht gegeben: Am Dienstag 12. Mai öffnen die fünf staatlichen Museen Basels (Antikenmuseum und Sammlung Ludwig, Historisches Museum, Kunstmuseum, Museum der Kulturen und Naturhistorisches Museum) wieder ihre Tore, teilt das Präsidialdepartement mit.

Andere Institutionen wie die Fondation Beyeler öffnen bereits am ersten Tag nach dem Lockdown, am Montag, ihre Pforten. Die Museen müssen sich dabei an spezielle Sicherheitskonzepte halten, welche die rasche Ausbreitung des Coronavirus verhindern sollen.

Petrus macht Ladenbummlern einen Strich durch die Rechnung

Nach dem Lockdown geht das Leben wieder los? Nicht so schnell: Ein Platzregen nimmt dem Freudentag seine Dynamik. Bis am Abend ist ein Temperatursturz zu erwarten.

Menschen stehen Schlange vor Kleidergeschäft

In der Freien Strasse regen sich die Lebensgeister. Verheissung verspricht unter anderem die Kleiderkette Zara: Um 10 Uhr werden die Türen geöffnet, exakt 138 Kunden dürfen das Geschäft maximal gleichzeitig besuchen – da wollen viele, vor allem Jüngere, offenbar keine Sekunde länger warten und sofort mit dem Shopping beginnen. Wurde schliesslich auch Zeit, nach knapp zwei Monaten Flaute.

Vor dem Zara-Kleidergeschäft in der Freien Strasse hat sich eine Schlange gebildet.

Aller Vorfreude zum Trotz – für die Ladenbetreiber bedeutet die Wiedereröffnung auch viel Arbeit. In der Hutgasse und am Spalenberg sind noch viele kleine Lädeli mit Aufräumen beschäftigt: Es wird gesaugt, gewischt, gestrichen – und viel Karton vor die Türe gestellt.

Die Parkhäuser füllen sich

Kurz vor 10 Uhr ist das erste Parkhaus in der Basler Innenstadt bereits bis auf den letzten Platz gefüllt: Das Storchenparking an der Schifflände hat keinen Platz mehr. Auch die anderen Parkhäuser in der Innenstadt sind bereits gut gefüllt. Beispielsweise das Anfos oder auch das riesige City-Parking beim Unispital.

Parkplätze in Basel sind wieder kostenpflichtig

Diverse Parkplätze in Basel (Zoo-Parkplatz, Egliseeparkplatz, General Guisan-Strasse, sowie Parkplätze im Umfeld des Claraspitals und des Merian Iselin-Spitals) konnten seit Ende März kostenlos benutzt werden. Die Parkgebühren waren vorübergehend erlassen worden, um zu verhindern, dass Mitarbeiter in kritischen Sektoren – Gesundheitswesen, Detailhandel – den öffentlichen Verkehr benützen müssen. Doch nun, mit der Lockerung des Lockdowns, gelten wieder die üblichen Tarife und Zeitbeschränkungen, wie der Regierungsrat am Montag mitteilte.

Volle Strassen

Das Strassennetz in der Region war am Montagmorgen bereits wieder gut ausgelastet. An einigen Stellen gab es sogar Stau. Beispielsweise bei der Autobahnausfahrt City: Dort staute sich der Verkehr bis auf die A3 zurück. Ebenfalls Wartezeiten gab es an den Grenzübergängen in Rheinfelden und zwischen Frankreich und der Schweiz.

Stau in Basels Einfallstrassen. Das gab es seit Wochen nicht mehr.
Stau in Basels Einfallstrassen. Das gab es seit Wochen nicht mehr.
Foto: Pino Covino