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Sport in der guten StubeAyrton Senna – ein Leben auf der Überholspur

Die Dokumentation über den einstigen brasilianischen Formel-1-Fahrer berührt.

Ayrton Senna verunglückte 1994 in Imola.
Ayrton Senna verunglückte 1994 in Imola.
Foto: Keystone

Die Formel 1 ruht. Respektive sie hat wegen des Coronavirus gar noch nicht in die Saison starten können. Wie lange das noch der Fall sein wird, bleibt abzuwarten. Ganz auf Motorsport muss aber nicht verzichtet werden, wenn man sich die Zeit nimmt, einen der Formel-1-Dokumentationen aus dem Archiv hervorzukramen. Ein jeder Liebhaber der schnellen Boliden wird sich den eindrücklichen Streifen über Ayrton Senna bereits angesehen haben.

Ayrton Senna. Das ist für viele der beste Rennfahrer aller Zeiten. Am 1. Mai 1994 verliert die Formel 1 in Imola den «König der Rennfahrer». Die Tamburello-Kurve setzt dem damals 34-Jährigen ein jähes Ende. Mit 214 Stundenkilometern prallt der Südamerikaner in spitzem Winkel in eine Betonmauer. Just nach dem Aufprall donnert ihm das rechte Vorderrad an den Kopf, vier Stunde später wird Senna auf der Intensivstation von Bologna für klinisch tot erklärt.

Der Film im Jahr 2010

Senna war nicht nur dreifacher Weltmeister oder startete 65-mal aus der Poleposition. Der Brasilianer war auch ein Sportler, der die Menschen neben seinem Kerngeschäft Formel 1 bewegen konnte. Wie er mit seinem Charisma die Massen in seinen Bann zog, zeigt der 2010 erschienene Dokumentarfilm «Senna» (zum Beispiel auf Netflix). Das Leben auf der Überholspur berührt. Weil es den Machern gelungen ist, mit zahlreichem Archivmaterial wie Formel-1-Übertragungen, Interviewaufzeichnungen, Fernsehshows und Heimvideos eine typische Heldenerzählung von Aufstieg und Fall auf die Leinwand zu bringen. Etwas, das man von Hollywoodstreifen, nicht aber von Sportlerdokumentationen kennt.

Allerorts gefeiert: Ayrton Senna (links) triumphiert hier 1992 in Monaco und lässt sich nach der Zieldurchfahrt feiern.
Allerorts gefeiert: Ayrton Senna (links) triumphiert hier 1992 in Monaco und lässt sich nach der Zieldurchfahrt feiern.
Foto: Getty Images

Ein wichtiger Aspekts des Films ist der erbitterte Konkurrenzkampf zwischen Senna und dem Franzosen Alain Prost. Dabei wird das erste Aufeinandertreffen des Duos ausführlich gezeigt. Eine Begegnung, die von gegenseitigem Respekt geprägt ist. Beide Fahrer starteten einst auch als Teamkollegen in die Rennen und sahen sich dennoch bereits zu diesem Zeitpunkt als Konkurrenz. Der Kampf zwischen ihnen hielt bis zu Sennas Tod an. Prost wurde nach dem Unfall in San Marino zum Schirmherr der «Ayrton Senna Institution», die die Schulbildung von Kindern und Jugendlichen in Sennas Heimat fördert.

Die Hommage an den tiefgläubigen Sportler lässt sich problemlos mehrmals schauen. Dabei sorgen die Bilder des fürchterlichen, wuchtigen Crashs jedes Mal für Gänsehaut. Denn eines wird dabei offensichtlich: Der wohl perfekteste Rennfahrer war in diesen Sekunden einzig und allein seinem Schicksal ausgeliefert. (dw)

Die BaZ-Serie «Sport in der guten Stube» gibt täglich Tipps für zu Hause, die dabei helfen sollen, die Corona-Zeit halbwegs sportlich zu überbrücken.