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Was wir lesenAyn Rand: «Der Ursprung»

Wer Egoismus verstehen will, und was dieser in Politik umgesetzt bedeutet, muss dieses Buch auswendig lernen.

Foto: DM

Eintausend Seiten Rücksichtslosigkeit füllen dieses grandiose Epos des Egoismus. Ayn Rands Roman «Der Ursprung» («The Fountainhead» war der Titel des 1943 erschienenen Originals) ist mit seinen hölzernen Dialogen und schablonenhaften Figuren handwerklich eher mau. Doch was seine Wirkung und Wucht angeht, gibt es im 20. Jahrhundert nichts Vergleichbares. Ayn Rand, die nach der Oktoberrevolution aus St. Petersburg in die USA floh, war eine glühende Kommunistenhasserin und hat ihre Abneigung gegen alles Kollektive zu einem so radikalen wie suggestiven Programm komprimiert, in dem der Einzelne alles ist und die Gemeinschaft nichts. Die Republikanische Partei verehrt sie als geistigen Leitstern, weil sie die Macht und die Fähigkeiten des Einzelnen über eine Politik der Kompromisse stellt. Alan Greenspan, der ehemalige Direktor der US-amerikanischen Notenbank, weinte bitterlich bei ihrem Begräbnis.

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