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Mercedes macht die S-Klasse zur Sparklasse

7,9 Liter auf 100 Kilometer: Das verspricht Mercedes für die S-Klasse mit Hybridantrieb, die im Juni auf die Strasse rollt.

Sauber: Der Mercedes S400 Blue-Hybrid und der BMW 7er Active-Hybrid machen das Sparen zur Chefsache.
Sauber: Der Mercedes S400 Blue-Hybrid und der BMW 7er Active-Hybrid machen das Sparen zur Chefsache.
Mercedes/BMW

Die Luxusliner der deutschen Hersteller rollen auf Diätkurs. Denn um zu beweisen, dass sparsame Motoren und saubere Abgase kein Privileg von Kleinwagen sind und sich auch Manager ein gutes Umweltgewissen leisten können, rücken Mercedes und BMW jetzt beinahe gleichzeitig die Hybridvarianten ihrer Topmodelle ins Rampenlicht.

Während man den S400 Blue-Hybrid als ersten Teilzeitstromer aus Stuttgart allerdings bereits fahren, ab April bestellen und im kommenden Juni beim Händler abholen kann, ist der BMW 750i Active-Hybrid zur Premiere auf dem Pariser Autosalon offiziell noch eine Studie. Doch lässt in München keiner einen Zweifel daran, dass man auch dieses Auto bald auf der Strasse sehen wird – zumal die beiden Konkurrenten die Grundbausteine der neuen Technik sogar gemeinsam entwickelt haben.

190 Gramm CO2-Emissionen

Dabei reklamiert Mercedes für die S-Klasse mit einem Verbrauch von 7,9 Litern und einem CO2-Ausstoss von 190 Gramm pro Kilometer schon jetzt den Ehrentitel des CO2-Champions in der Oberklasse. Dafür kombinieren die Entwickler den im Detail noch einmal optimierten und so um 7 auf 279 PS erstarkten Motor aus dem S350 mit einem Elektroaggregat, das zwischen den V6 und das Getriebe geschoben wird. Der Stromer hat zwar nur gerade 20 PS, kommt dafür aber auf ein maximales Drehmoment von 160 Newtonmeter, das direkt nach dem Leerlauf zur Verfügung steht. Damit macht er der S-Klasse insbesondere beim Anfahren und Beschleunigen mächtig Dampf, kann aber sogar auf langen Autobahnetappen den Benziner entlasten und so selbst dort einen knappen Liter einsparen. Zudem organisiert der Stromer die Start-Stopp-Funktion: Sobald der Wagen ausrollt, schaltet die Elektronik den Verbrenner ab. Erst wenn man von der Bremse wieder aufs Gas wechselt, wirft der Stromer seinen grossen Bruder sanft und ruckfrei wieder an. Nur zum rein elektrischen Betrieb ist der kleine Scheibenmotor zu schwach.

Seine Energie zapft der Elektromotor aus der «ersten Lithium-Ionen-Batterie für den automobilen Einsatz», wie die Schwaben stolz verkünden. Sie ist 28 Kilogramm schwer, wird im Kühlkreislauf der Klimaanlage auf einer niedrigen Betriebstemperatur gehalten und braucht nicht mehr Platz als ein konventioneller Bleiakku. Geladen wird sie vom Motor selbst. Denn sobald der Wagen rollt oder bremst, wird er umgepolt und so zu einem Generator, der wie der Dynamo am Fahrrad Strom erzeugt und so die Energie beschafft, die er für seinen neuen Kraftakt braucht.

BMW nutzt zwar weitgehend denselben Elektromotor und eine ähnliche Betriebsstrategie für das Boosten, das Rekuperieren und die Start-Stopp-Automatik. Aber mit Blick auf den für die Bayern so wichtigen US-Markt und den Hauptkonkurrenten Lexus stampft unter der Haube des Sparers im Smoking der neue V8 aus dem 750i. Ausserdem haben die Münchner das Drehmoment des kleinen Stromers um etwa ein Viertel auf 210 Newtonmeter angehoben.

BMW: 15 Prozent weniger Verbrauch

Und auch bei der Stromspeicherung gehen die Bayern eigene Wege: Zwar setzt dabei auch BMW auf eine Lithium-Ionen-Zelle, weil nur sie in den Augen der Entwickler schnell und stabil genug für so viele Ladezyklen ist. Doch während das Akkupaket bei den Schwaben vorn unter die Haube passt, legen die Bayern ihr Powerpack deutlich sichtbar unter den Kofferraumboden. Dadurch gehen zwar vielleicht ein paar Liter Ladevolumen verloren, aber dafür ist die Achslast ausgeglichen, argumentieren die Ingenieure. Weiterer Vorteil: Bei einem Crash ist das womöglich teuerste Bauteil des neuen Antriebs dort am besten geschützt.

Während Mercedes schon sehr genau ausgerechnet hat, was der neue Hybridantrieb an der Tankstelle bringt, hält sich BMW mit konkreten Angaben derzeit noch bedeckt: Doch rund 15 Prozent Verbraucheinsparung sollten drin sein, geben sich die Entwickler zuversichtlich. Die S-Klasse werden sie damit nicht ganz einholen. Doch eine neun vor dem Komma müssten sie mit der neuen Generation des 7er locker schaffen.

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