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Infiniti startet in Europa mit 4 Modellen

Toyota hat es mit der Marke Lexus vorgemacht. Und jetzt will Nissan folgen und seinen noblen Ableger Infiniti auch in Europa an den Start bringen.

Die Infiniti-Palette für die Schweiz (v.l.): G 37 Limousine, G 37 Coupé, das Flaggschiff FX 50 und der EX 37. 2009 soll ein G 37 Coupé-Cabrio folgen.
Die Infiniti-Palette für die Schweiz (v.l.): G 37 Limousine, G 37 Coupé, das Flaggschiff FX 50 und der EX 37. 2009 soll ein G 37 Coupé-Cabrio folgen.

Die Marke selbst wurde zwar schon 1989 gegründet, war bisher aber vor allem in den USA zu Hause. «Jetzt glauben wird, dass Infiniti bereit ist, auch den europäischen Markt zu erobern», sagt Konzernchef Carlos Ghosn mit Blick auf die komplett erneuerte Produktpalette, zu der die beiden Geländewagen FX und EX sowie die Pkw-Baureihe G mit Limousine, Coupé und später auch mit einem Klappdach-Cabrio gehören.

Trotzdem sieht sich Ghosn immer wieder kritischen Fragen nach den Erfolgsaussichten von Infiniti in Europa ausgesetzt. Schliesslich hat es auch Lexus (in der Schweiz minus 10,8% in den ersten 8 Monaten 2008) schwer genug gegen Audi, BMW und Mercedes. Doch das lässt ihn nicht zweifeln, zu bescheiden sind seine Volumenziele. «Bis ins Jahr 2013 wollen wir in Europa 25'000 Zulassungen pro Jahr erreichen. Grosse Stückzahlen machen wir in Amerika und den aufstrebenden Märkten in China oder Russland – Europa braucht Infiniti fürs Image.»

Als Flaggschiff der Marke bringen die Japaner den Geländewagen FX, der längst zum Synonym von Infiniti geworden ist und als Direktimport seit Jahren durch die Schweiz fährt. Er hat zwar das Format von Mercedes ML und VW Touareg, ist aber viel sportlicher gezeichnet als die meisten anderen Sport Utility Vehicles: Obwohl ebenfalls knapp fünf Meter lang, sieht er nach dem Generationswechsel beinahe aus wie ein aufgebockter Sportwagen. Der Kühlergrill ist weit geöffnet, die Kotflügel sind stark ausgestellt, und die Silhouette mit der gebogenen C-Säule folgt der Form eines Coupés. Das sieht zwar schön aus, ist aber alles andere als praktisch: Denn so riesig der Wagen aussieht, so eng geht es auf der Rückbank und im Kofferraum zu.

Angetrieben wird der FX50 von einem neuen V8-Motor, der 390 PS und ein Drehmoment von 500 Newtonmetern bereitstellt. Den Spurt von 0 auf 100 soll er in 5,8 Sekunden schaffen. Obwohl der FX50 gute zwei Tonnen auf die Waage bringt, ist von der Trägheit der Masse beim Anfahren kaum etwas zu spüren. Erst an der Tankstelle wird einem bewusst, dass auch die Japaner die Physik nicht überwinden können – die 11 budgetierten Liter auf 100 Kilometer sind Theorie, im realen Leben muss man wohl über 13 Liter rechnen. Neben dem FX bringen die Japaner den kleineren Allradler EX37, der es mit Autos wie dem BMW X3 oder dem kommenden Audi Q5 aufnehmen soll. Zwar ist der Wagen mit 4,63 Meter Länge alles andere als klein, doch besonders geräumig fällt auch der EX nicht aus. Auch hier fordert die schmucke Form ihren Tribut, und nur vorne ist der Kunde wirklich König. Man sitzt auf bequemen Sesseln, der Blick schweift über eine elegante Armaturentafel mit viel Metall und Leder.

Unter 60'500 Franken läuft nichts

Zudem bringen die Japaner als Limousine und Coupé den G37, der gegen Audi A4, 3er-BMW und die C-Klasse von Mercedes antritt. Zwar entspricht das Interieur nicht ganz dem europäischen Geschmack, doch die Qualität stimmt. Und nachdem Fahrwerk, Lenkung und Bremsen für Europa überarbeitet wurden, gibt sich das Auto als strammer Sportler.

In Fahrt gebracht werden alle drei Modelle von einem 3,7-Liter-V6-Motor mit 320 PS und 360 Nm, der ebenfalls mit einer siebenstufigen Automatik kombiniert wird. Dabei gibt es nicht nur den EX mit Allradantrieb, sondern auf Wunsch auch die Limousine. Natürlich wissen die Japaner, dass es in Europa mit grossen Benzinern schwierig wird, und versprechen darum Alternativen. «Ab 2010 erweitern wir unser Angebot um Diesel- und Hybridantriebe», verspricht Ghosn.

Die G37-Limousine steht als günstigstes Modell ab Ende November für 60'500 Franken parat, das Coupé ab 63100. Für den EX37 kalkulieren die Japaner mit 72'400 Franken, und der FX soll zwischen 86'000 (V6) und 105'500 Franken (V8) kosten. «Unsere Autos sehen toll aus und verfügen über moderne Technik», sagt Europachef Jim Wright. «Warum also sollten wir bei den Preisen schüchtern sein?» So liegt Infiniti auf dem Preisniveau von BMW. «Aber wir bieten mehr Auto fürs Geld», sagt Produktmanager Mathieu Lenglin. Wo es bei BMW oder Mercedes je nach Modell bis zu 80 Optionen gibt, stehen bei Infiniti nur 4 bis 8 Positionen: Elektrisch verstellbare Sportsitze, ein schlüsselloses Zugangssystem oder Lederpolster sind in den meisten Modellen ebenso serienmässig wie ein umfangreiches Sicherheitspaket, Xenonscheinwerfer oder eine Lüftung für den Sitz. Selbst der Lack, der kleine Kratzer alleine ausbessert, gehört zum Standard.

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