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Mini E: 200 Kilometer und 204 PS ohne Emissionen

Im November präsentiert Mini in Los Angeles das Modell «E», wenig später gehen 500 dieser Elektrofahrzeuge in den USA an den Start. Denn beim Mini setzt BMW auf die Elektrizität.

Mini unter Strom: 500 Mini E rollen im Rahmen eines Pilotprojekts in den USA mit Elektromotor an den Start.
Mini unter Strom: 500 Mini E rollen im Rahmen eines Pilotprojekts in den USA mit Elektromotor an den Start.

«Die BMW Group strebt als Bestandteil der Unternehmensstrategie Number One mittelfristig die Serienproduktion von rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen an», liess BMW diese Woche verlauten. Damit machen auch die Bayern bei der allgemeinen Elektrifizierung des Automobils mit. Doch während viele Hersteller in erster Linie mit Worten Präsenz im neuen Markt markieren, setzt BMW die Strategie auch in Taten um: 500 Mini E werden im Rahmen eines Pilotprojekts ausgewählten Privat- und Firmenkunden vorerst in den US-Bundesstaaten Kalifornien, New York und New Jersey zur Verfügung gestellt.

Wichtige Alltags-Analysen

«Mit der Auflage von 500 Fahrzeugen erreicht das Projekt eine Grössenordnung, die den Umfang vergleichbarer aktueller Versuchsserien bei weitem überschreitet», freuen sich die Experten der BMW Group. Dabei leisten die Kunden des Mini E einen sehr wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Auswertung des Projekts. «Für uns ist der Kontakt zu den Fahrern von grosser Bedeutung», bestätigen die Techniker. «Dank ihren Erfahrungen im Alltag können wir neben den Fahrzeugeigenschaften auch das Nutzverhalten analysieren.» Gerade dieses Nutzverhalten ist bei der Entwicklung von Elektroautos besonders wichtig, denn bis jetzt sorgte die Angst, ohne Strom auf der Strecke zu bleiben, für grosse Verunsicherung bei möglichen E-Auto-Kunden.

Während General Motors beim Chevrolet Volt, der 2010 in Serie an den Start geht, dieses Problem mit einem benzinbetriebenen Generator überbrückt und die rein elektrische Reichweite so von 60 auf zirka 500 Kilometer erhöht, geht man beim Mini E andere Wege: Der Kleinwagen wird von einem 204 PS starken Elektromotor angetrieben, der seine Energie aus einem leistungsstarken Lithium-Ionen-Akku bezieht und seine Kraft nahezu lautlos und emissionsfrei über ein einstufiges Getriebe an die Vorderräder überträgt.

200 Kilometer unter Strom

Die speziell für die Anwendung im Auto entwickelte Batterietechnik soll laut BMW eine Reichweite von 200 Kilometern ermöglichen. Dabei soll die von BMW propagierte «Freude am Fahren» auch im Mini E nicht zu kurz kommen: Ein Drehmoment von 220 Newtonmeter sorgt dafür, dass der Stromer Tempo 100 nach 8,5 Sekunden erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit wird auf 152 km/h limitiert. Limitiert ist allerdings auch der Nutzwert des Mini E: Denn wo im aktuellen Serienauto zwei Sitze für den Nachwuchs und die Einkäufe parat stehen, ist der Platz für den Lithium-Ionen-Akku reserviert. Dieser verfügt über eine Gesamtkapazität von 35 Kilowattstunden (kWh) und setzt sich aus 5088 Batteriezellen zusammen, die in 48 Modulen zusammengefasst sind. Diese Module werden in Form von drei Batterieelementen im Innenraum des Mini E angeordnet. Das hat allerdings auch zur Folge, dass der ohnehin kleine Kofferraum des Minis von normalerweise 160 auf nur noch 60 Liter schrumpft.

Rekuperation schafft Reichweite

Obwohl der Mini E an jeder konventionellen Steckdose aufgeladen werden kann, wird den Kunden eine so genannte Wallbox mitgeliefert. Die Wallbox wird in der Garage des Kunden installiert, lässt eine höhere Stromstärke zu und ermöglicht so schneller Ladezeiten. «Nach zweieinhalb Stunden an der Box ist der Mini E wieder voll geladen», verspricht BMW. Für zusätzliche Spannung unterwegs sorgt die Rekuperation – hier wird die Bremsenergie wie bei einem Dynamo vom Elektromotor in die Fahrzeugbatterie zurückgespeist. So kann die Reichweite im besten Fall um 20 Prozent erhöht werden.

Optisch ändert sich am Mini E nicht viel, das Design wird aber um ein paar zusätzliche Gestaltungsmerkmale ergänzt, die auf das spezielle Antriebskonzept des Fahrzeuges hinweisen. So erhalten alle E-Modelle eine einheitliche Lackierung in «Dark Silver» mit einem Dach in «Pure Silver» und individuelle Seriennummern auf den vorderen Seiten. Das wichtigste Erkennungsmerkmal des Stromers ist jedoch ein gelbes Logo, das einen stilisierten Netzstromstecker zeigt, der ebenfalls ein «E» darstellt.

Selbstverständlich wurde das Cockpit dem E-Antrieb angepasst: Hinter dem Lenkrad sitzt kein Drehzahlmesser, sondern die Ladezustandsanzeige, und im Zentralinstrument signalisieren rote und grüne Lämpchen, ob der Motor Strom verbraucht oder (Rekuperation) erzeugt.

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