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200'000'000 Autos und Catherine Deneuve

Am Mondial de l’Automobile in Paris rückt der VW-Konzern seine Mehrmarken-Strategie in den Fokus – wirklich Neues ist rar.

200'000 Euro für die Präsentation des XL-Sport: Catherine Deneuve mit Martin Winterkorn. Fotos: Volkswagen
200'000 Euro für die Präsentation des XL-Sport: Catherine Deneuve mit Martin Winterkorn. Fotos: Volkswagen

Die ganz grossen Stars waren diese Woche in Paris die Autos. Klar doch – nach zwei Medientagen öffnet die Mondial de l’Automobile heute Samstag die Tore auch fürs Publikum. 1,3 Millionen Zuschauer werden erwartet, und selbst das krisengeschüttelte französische Dreigestirn Peugeot-Citroën-Renault (Redaktion Tamedia vom kommenden Dienstag) füllt locker eine der riesigen sechs Hallen bis auf den letzten Quadratmeter. Oder ist es doch nicht ganz so mit den automobilen Stars?

Auch die Haute Couture feierte mit ihren Defilees im Grand Palais eben jetzt ihren saisonalen (Herbst-)Höhepunkt. Und das sogar mit Schweizer Beteiligung: Albert Kriemler sorgte mit Akris und seiner ebenso edlen wie puristischen Mode für ein wahres Feuerwerk. Für eines, das die Autohersteller in Paris nicht in gleich spektakulärer Weise zünden können.

Vorsprung für alle

Mitbeteiligt daran, dass der Funke nicht wie erwartet übersprang, ist auch der VW-Konzern. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen propagieren die Deutschen unter dem selbst gewählten Salon-Slogan «Les Images des Marques» primär die Stärken ihrer neun Marken vom Bugatti Veyron (neu mit in Platin eingelegten Emblemen) bis zur dritten Generation des Skoda Fabia in friedfertiger Einigkeit. «Vorsprung durch Technik», wie ihn Audi üblicherweise für sich beansprucht, gilt in solchen Fällen immer für alle. Zweitens haben etliche Modelle ihre (inoffizielle) Weltpremiere bereits hinter sich. Der VW-Passat beispielsweise, der in Paris zusätzlich in einer Plug-in-Hybrid-Variante steht. Oder die Ikone Audi TT, am Salon auch als Roadster zu sehen.

Aber es gibt noch einen weiteren Grund für die leicht gedämpfte Stimmung, die am Konzernabend in Halle 1 herrschte. Martin Winterkorn befand den Zeitpunkt offenbar für richtig, um auf die «umwälzenden Entwicklungen» hinzuweisen, welche die Autobranche insgesamt «vor wirtschaftlich enorme Herausforderungen» stellt. Der CEO spielte damit auf die CO2-Grenzwerte an, die bis 2020 in ganz Europa auf 95 Gramm pro Kilometer sinken sollen. «Jedes Gramm CO2, das wir in Europa in der Flotte einsparen, kostet den Konzern fast 100 Millionen Euro», verdeutlichte Winterkorn seine grosse Sorge. Und folgert daraus: «Ohne Rückdeckung durch die Politik ist das längerfristig nicht zu verkraften.»

Dass der Konzernabend deswegen gar in Tristesse geendet hätte, das zu behaupten wäre allerdings vermessen. Denn es gab, abgesehen vom Conceptcar Audi TT Sportback, der 4-türigen Version der Ikone, noch ein weiteres Highlight – und erst noch eines mit Starbesetzung. VW hatte Catherine Deneuve, die Grand Dame des französischen Films («Belle de jour»), dazu auserkoren, das 200-millionste Fahrzeug, das der VW-Konzern produziert hat, als Höhepunkt des Events zu präsentieren.

«Emotion und Effizienz»

Das war zwar insofern geschummelt, als der XL-Sport, der auf dem heute schon legendären 1-Liter-Auto XL1 basiert, natürlich nicht genau jenes Auto ist, das in Wolfsburg, Ingolstadt, Mlada Boleslav oder sonst in einem VW-Werk je vom Band gelaufen ist. Aber als Konzept eines superleichten Supersportwagens, der laut VW «Emotion und Effizienz faszinierend neu vernetzt», war die Präsentation des XL-Sport natürlich der perfekte Schlusspunkt. Denn konzernübergreifend wird das Auto vom modifizierten V2-Motor der Ducati 1199 Superleggera befeuert, dem weltweit stärksten 2-Zylinder-Motorrad. Und Ducati gehört ebenfalls VW.

Catherine Deneuve durfte sich für ihren scheuen Auftritt über einen Check von 200'000 Euro für ihre Stiftung Cinema for Peace freuen, der auch aktuelle Hollywoodgrössen wie Frisch-Ehemann George Clooney angehören.

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