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Verwirrung: Doch keine Gespräche über drittes Hilfspaket für Athen

Ein Hin und Her widersprüchlicher Aussagen: Der spanische Wirtschaftsminister erzählt etwas, Eurogruppen-Chef Dijsselbloem etwas anderes.

Er lässt Verwirrung im Griechenlandstreit zu: Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem. (20.02.2015)
Er lässt Verwirrung im Griechenlandstreit zu: Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem. (20.02.2015)
Emmanuel Dunand, AFP

Eine Sprecherin von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem dementierte in Brüssel, dass in der Eurogruppe Gespräche über ein drittes Hilfsprogramm für Griechenland stattfänden.

Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos hatte zuvor in Pamplona erklärt, in der Euro-Zone liefen derzeit Gespräche über ein drittes Programm. Dabei gehe es um ein Volumen von 30 bis 50 Milliarden Euro. Die Sprecherin von Dijsselbloem sagte nun, unter den Finanzministern der Euro-Zone werde nicht über ein weiteres Hilfsprogramm diskutiert.

Griechenland will keine weiteren Kredite

Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis hatte zuvor in einem Interview mit dem «Handelsblatt» neue Kredit-Hilfen ausgeschlossen: «Ich möchte nicht, dass der Staat weitere Kredite aufnimmt.» Das Land brauche eine von Investitionen getragene Erholung seiner Wirtschaft.

Regierungschef Alexis Tsipras hatte wiederholt gesagt, es werde kein drittes Hilfsprogramm geben, weil das griechische Volk die Programme abgewählt habe. Dem steht aber gegenüber, dass der Regierung kurzfristig das Geld auszugehen droht. So hatte Varoufakis am Wochenende auch die Rückzahlung von Anleihen von 6,7 Milliarden Euro infrage gestellt. Diese werden von der EZB gehalten und im Sommer fällig.

Insgesamt werden dieses Jahr Kredite von fast 17 Milliarden Euro fällig. Die Sorgen vor einem Zahlungsausfall belasteten die Aktien-Börse in Athen. Der Leitindex gab zeitweise um knapp drei Prozent nach.

Diplomatisches Hick-Hack

Griechenland ist seit 2010 vom Kapitalmarkt angeschnitten und wird seitdem von seinen Euro-Partnern und vom Internationalen Währungsfonds (IWF) mit 240 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt.

Der Schuldenstreit entwickelt sich zunehmend zu einem diplomatischen Hickhack. Tsipras hatte den konservativen Regierungen in Spanien und Portugal vorgeworfen, an der Spitze einer Verschwörung zum Sturz seiner Linksregierung zu stehen - aus Angst vor Spargegnern im eigenen Land.

Madrid und Lissabon beschwerten sich daraufhin über Tsipras und forderten eine Reaktion der EU, wie die EU-Kommission bestätigte.

SDA/rsz

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