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«USA hackten Hunderte chinesische Computer»

Der Enthüller des US-Überwachungsskandals erhebt neue Vorwürfe gegen die USA. In einem Interview erklärt er, er wolle die Gerichte in Hongkong über sein Schicksal entscheiden lassen.

Die Zeitung «South China Morning Post» veröffentlicht ein exklusives Interview mit Snowden: Die Ankündigung auf der Webseite der Zeitung.
Die Zeitung «South China Morning Post» veröffentlicht ein exklusives Interview mit Snowden: Die Ankündigung auf der Webseite der Zeitung.
Reuters

Der in Hongkong untergetauchte Enthüller des US-Überwachungsprogramms PRISM, Edward Snowden, will nach eigenen Angaben in Hongkong bleiben und sich einer Auslieferung an die USA widersetzen.

Wie die Hongkonger Zeitung «South China Morning Post» auf ihrer Internetseite berichtete, will der 29-jährige Computerexperte ausserdem «weitere explosive Details» über das Ausspähprogramm des US-Geheimdiensts NSA preisgeben. Die Zeitung zitierte vorab aus einem exklusiv mit Snowden an einem unbekannten Ort geführten Interview: «Ich bin nicht hier, um mich der Justiz zu entziehen, sondern um Verbrechen aufzudecken.» Er wolle die «Gerichte und Menschen in Hongkong» über sein Schicksal entscheiden lassen, fügte Snowden hinzu.

61'000 Hacking-Aktionen

Am Mittwoch warf er den USA Cyberangriffe auf hunderte Ziele in China und Hongkong vor. Die Operationen seien seit 2009 im Gange, sagte Snowden der «South China Morning Post». Der Zeitung zufolge legte er Dokumente vor, deren Echtheit aber nicht überprüft worden sei.

Snowden zufolge hat die NSA weltweit mehr als 61'000 Hacking-Aktionen durchgeführt, darunter hunderte gegen China. Ziele seien unter anderem Universitäten, Unternehmen und öffentliche Funktionsträger gewesen.

Die USA ihrerseits werfen China schwere Cyberattacken vor, unter anderem, um sich Informationen über militärische Technologien zu verschaffen.

Dutzende Attacken verhindert

NSA-Chef Keith Alexander sagte derweil am Mittwoch vor einem Washingtoner Senatsausschuss aus. Die Programme zur Datenüberwachung hätten bei der Vereitelung von Terroranschlägen geholfen, sagte er.

Internet-Firmen wollen mehr Transparenz

Die Internetfirmen Google, Facebook und Microsoft fordern derweil von den Behörden, Auskunft über die Datenlieferungen an die NSA geben zu dürfen.

SDA/wid/chk

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