Berichte: USA ziehen 4000 Soldaten aus Afghanistan ab

Die Trump-Regierung wird in den nächsten Tagen einen Teilabzug verkünden. Das berichten mehrere US-Medien.

Kommt es zu einem Teilabzug? US-Artilleriesoldaten in der afghanischen Provinz Kandahar.

Kommt es zu einem Teilabzug? US-Artilleriesoldaten in der afghanischen Provinz Kandahar.

(Bild: Reuters)

Die USA werden Medienberichten zufolge kommende Woche den Teilabzug ihrer Truppen aus Afghanistan ankündigen. Rund 4000 US-Soldaten sollen das Land verlassen, wie der Sender NBC und andere US-Medien unter Berufung auf Regierungskreise berichteten. Derzeit sind in dem Land noch rund 13'000 US-Soldaten stationiert.

Der Sender CNN zitierte einen Regierungsvertreter, der Abzug könnte diese Woche angekündigt werden, allerdings befinde sich der Zeitplan «in ständigem Wandel». Ein Sprecher der US-Streitkräfte in Afghanistan sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Truppen hätten keinen Abzugsbefehl erhalten.

Vor rund einer Woche hatten die USA und die radikalislamischen Taliban die Friedensverhandlungen nach rund dreimonatiger Unterbrechung wieder aufgenommen. Nach einem Bombenanschlag unweit der US-Militärbasis Bagram mit zwei Toten und Dutzenden Verletzten wurden sie am Donnerstag jedoch erneut unterbrochen. Bei den Gesprächen war es um die Bedingungen für einen Teilrückzug der US-Streitkräfte aus Afghanistan gegangen. Im Gegenzug sollten sich die Taliban vom Terrornetzwerk al-Qaida lossagen, die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekämpfen und direkte Verhandlungen mit der Regierung in Kabul aufnehmen.

Heikle Machtteilung

US-Präsident Donald Trump will ein Ende des 18-jährigen Bürgerkriegs in Afghanistan – auch, um für das Wahljahr 2020 einen aussenpolitischen Erfolg vorweisen zu können. Die USA waren 2001 nach den Anschlägen des 11. September in Afghanistan eingerückt, um das Terrornetzwerk al-Qaida zu bekämpfen.

Als besonders heikel gelten in den Verhandlungen alle Fragen, die eine mögliche künftige Machtteilung zwischen den Taliban und der international anerkannten afghanischen Regierung betreffen. Direkte Gespräche mit der Regierung in Kabul lehnten die Taliban bislang stets ab.

sda/red

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