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Exkommunikation als Höchststrafe

Strenge Regeln während der Papstwahl: So dürfen die Kardinäle während des Konklaves weder Zeitung lesen noch fernsehen oder sonst Kontakt zur Aussenwelt aufnehmen. Eingesperrt werden sie allerdings nicht mehr.

Verkündet das Ergebnis der Papstwahl: Feuerwehrmänner montieren das Kamin auf dem Dach der Sixtinischen Kapelle. (9. März 2013)
Verkündet das Ergebnis der Papstwahl: Feuerwehrmänner montieren das Kamin auf dem Dach der Sixtinischen Kapelle. (9. März 2013)
Reuters
Aus ihm wird ab Dienstagabend schwarzer oder weisser Rauch aufsteigen – je nach Ergebnis des Konklaves. (9. März 2013)
Aus ihm wird ab Dienstagabend schwarzer oder weisser Rauch aufsteigen – je nach Ergebnis des Konklaves. (9. März 2013)
Keystone
Steht Wache: Ein Angehöriger der Schweizergarde vor einem Gebäude im Vatikan. (4. März 2013)
Steht Wache: Ein Angehöriger der Schweizergarde vor einem Gebäude im Vatikan. (4. März 2013)
EPA/Claudio Peri, Keystone
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Beim Konklave zur Wahl eines neuen Papsts werden die 115 wahlberechtigten Kardinäle nicht mehr wie in früheren Zeiten tage- oder wochenlang eingesperrt. Sie dürfen sich ausserhalb der Sitzungen zur Wahl eines Nachfolgers für Benedikt XVI. frei im Vatikan bewegen.

Im Übrigen gelten aber traditionell strenge Regeln, bei deren Verletzung die Exkommunikation als Höchststrafe droht. Geheimhaltung als einen der wichtigsten Bestandteile des Regelwerks haben die Kardinäle bereits geschworen.

Die absolute Verschwiegenheit gilt aber nicht nur für die Geistlichen, sondern auch für die zahlreichen Helfer, die während des Konklaves kochen, putzen oder als Ärzte bereitstehen. Zur Geheimhaltung gehört, keine Handys, Kameras oder Aufnahmegeräte mitzubringen. Auch das Schreiben und Empfangen von Briefen ist verboten.

Exkommunikation bei Bezahlung von Schmiergeldern

Aus dem strengen Auflagenkatalog für das Konklave lässt sich höchste Vorsicht, aber auch ein aus schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit gewachsenes Misstrauen ablesen. So wird exkommuniziert, wer mit Geldzahlungen versucht, zum Papst gewählt zu werden oder einen Kandidaten durchzubringen.

Solch ein Vorgehen ist etwa von Papst Urban II. überliefert, der es unter anderem durch Bestechung im Jahr 1093 zum Pontifex gebracht haben soll.

Absprachen untersagt

Doch während Schmiergeld heute sicher keine Rolle mehr spielt, sind die Regelungen für die Verhandlungen um den Wunschkandidaten umso schärfer. Es ist bereits vor dem Konklave streng verboten, über einen Nachfolger zu verhandeln, Wahlversprechen zu machen oder gar Vorabsprachen zu treffen.

Die Kardinäle müssen vorab zudem schwören, dass sie keine Versprechen abgeben werden und auch heimliche Privattreffen zur Absprache unterlassen.

Als Gesprächsverbot ist dies allerdings nicht zu verstehen: So soll die Entscheidung für Johannes Paul II. im Jahr 1978 in der Mittagspause gefallen sein. In heiterer Stimmung sollen sich die Kardinäle bei einem Glas Wein auf Karol Wojtyla verständigt haben. Der noch am Vormittag bei der Wahl führende Kandidat fiel durch. Die Episode drang erst Jahre später nach aussen, denn auch nach einem Konklave gilt die Verschwiegenheit weiter.

Seit dem Konklave zur Wahl Benedikts XVI. im Jahr 2005 haben die Kardinäle nicht nur mehr Bewegungsfreiheit, sondern auch mehr Komfort als früher. Die Zuweisung ihrer modernen Einzelzimmer erfolgt per Los.

Abgeschottet von Einflüssen von aussen

Die äusseren Regeln sind aber bis heute die gleichen geblieben. So dürfen sie während des Konklaves nicht fernsehen, Radio hören oder Zeitung lesen. Damit soll verhindert werden, dass Einflüsse von aussen die Wahlentscheidung beeinflussen könnten.

Die Entscheidung über Sanktionen für mögliche Vergehen liegt beim neuen Papst: Ausser der Exkommunikation für schwere Vergehen kann er bei kleineren Verstössen auf im katholischen Kirchenrecht vorgesehene Strafen zurückgreifen. Er kann aber auch beide Augen zudrücken.

SDA/chk

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