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Obama schiesst scharf gegen «Lügnerin» Palin

Der Wahlkampf in den USA wird härter. Barack Obama bezichtigt Sarah Palin in einem TV-Spot der Lüge: Zuerst habe sie den Bau der «Brücke nach Nirgendwo» unterstützt – dann habe sie dies dementiert.

Es ist ein gefundenes Fressen für die demokratischen Wahlkämpfer: Als Gouverneurin von Alaska war Sarah Palin klar für den Bau einer Brücke vom 14'000-Seelen-Städtchen Ketchikan zur Insel Gravina, die gerade mal 50 Einwohner zählt. Nachdem bekannt wurde, dass die Bundesregierung die Kosten von 400 Millionen Franken nicht übernehmen wird, änderte sie ihre Meinung: Sie brüstete sich mit der Behauptung, gegen den Bau der mit Steuergeldern finanzierten Brücke eingetreten zu sein.

Nun greift ein Fernsehspot von Barack Obama die Affäre auf: Palin habe gelogen, heisst es. «Sie war für die ‹Brücke nach Nirgendwo›, bevor sie dagegen war». Auch McCain, der sich und Palin gerne als Aussenseiter anpreist, wird angegriffen: Er wähle zu 90 Prozent wie Präsident George W. Bush, und sei darum keine Alternative zum jetzigen Präsidenten. Der Spot kommt zum Schluss: «Politiker lügen, wenn es um ihre Amtsführung geht. Das nennt man nicht Aussenseiter. Das nennt man mehr vom Üblichen».

Wahlkampf tritt in Endphase

Damit kommt acht Wochen vor der Präsidentschaftswahl Bewegung in die Frontlinien der beiden Lager. Barack Obama kritisiert seine politischen Gegners zunehmend persönlich, was er bis jetzt vermieden hatte. Auch sein Gegenspieler John McCain ändert offenbar seine Strategie und hält Obama nicht mehr mangelnde Erfahrung vor – mit Blick auf seine Vizekandidatin Sarah Palin, die ebenfalls als politischer Newcomer gilt.

Gestern attackierte Obama Sarah Palin mit spöttischem Unterton: «Mutter, Gouverneurin, Elchjägerin – das ist cool», so Obama vor Anhängern in Flint im US-Staat Michigan. Bei der Präsidentschaftswahl am 4. November sollte es aber darum gehen, wer das Leben der Menschen zum Besseren wenden könne. Obama reagiert mit seinen Attacken offenbar auch auf den Umstand, dass er nach der Nominierung Palins in den Umfragen von McCain knapp überholt wurde.

McCain und Palin waren unterdessen im Staat Missouri unterwegs, der wegen seiner knappen Mehrheitsverhältnisse als möglicherweise wahlentscheidend gilt. Palin hat die bislang kaum von McCain begeisterte Wählerschaft der konservativen Protestanten mobilisiert. Inzwischen kommen weit mehr Besucher zu den Veranstaltungen der Republikaner als vor ihrer Nominierung. «Ich bin sehr stolz und sehr erfreut über den Enthusiasmus, der jetzt erzeugt wurde», sagte McCain bei einer Spendenveranstaltung in Chicago, die ihm vier Millionen Dollar in die Wahlkampfkasse spülte.

AP/cha

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