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Zehn Tote bei Explosion in Gaza

Nahe eines Spitales sind laut palästinensischen Angaben mindestens zehn Menschen bei einer Detonation gestorben. Israel hat derweil die Menschen bei Gaza zur Flucht aufgefordert.

Feiern sich als Sieger: Palästinenser in Gaza-Stadt nach der Einigung auf die Waffenruhe. (26. August 2014)
Feiern sich als Sieger: Palästinenser in Gaza-Stadt nach der Einigung auf die Waffenruhe. (26. August 2014)
AP Photo/Khalil Hamra, Keystone
Jubel in Gaza-Stadt: Eine Familie in einem Auto. (26. August 2014)
Jubel in Gaza-Stadt: Eine Familie in einem Auto. (26. August 2014)
AP Photo/Adel Hana, Keystone
Public Viewing der besonderen Art: Israelis sitzen auf einem Sofa auf einem Hügel der Stadt Sderot und blicken in Richtung Gazastreifen. (12. Juli 2014)
Public Viewing der besonderen Art: Israelis sitzen auf einem Sofa auf einem Hügel der Stadt Sderot und blicken in Richtung Gazastreifen. (12. Juli 2014)
Lefteris Pitarakis, Keystone
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Das israelische Militär hat die Zivilbevölkerung in mehreren Vororten Gazas zur sofortigen Flucht aufgefordert. In einer Erklärung des Militärs hiess es, dass die Einwohner von Schedschaija, Seitun und Dschabalija in Telefonanrufen und per SMS aufgerufen worden seien, sich «unverzüglich» in Sicherheit zu bringen. Zuvor waren durch Mörserbeschuss aus dem Gazastreifen im Süden Israels vier Menschen getötet worden.

Nur Stunden zuvor waren bei einem Angriff beim Fest des Fastenbrechens in einem Park von Gaza mindestens zehn Menschen getötet worden. Das teilte der Leiter der Notaufnahme eines nahe gelegenen Krankenhauses, Ajman Sahabani, mit. 46 Menschen seien verletzt worden. Palästinenser und Israelis machten sich für die erneuten zivilen Opfer gegenseitig verantwortlich. Die israelischen Streitkräfte wiesen eine Verantwortung zurück und erklärten, die Menschen im Park seien von fehlgezündeten palästinensischen Raketen getötet worden.

Sahabani sagte, Kinder hätten gespielt und geschaukelt, als sich die Explosionen ereignet hätten. Der israelische Heeressprecher Peter Lerner sagte, der Zwischenfall sei das Werk «palästinensischer Terroristen, deren Raketen zu kurz flogen und das Schifa-Krankenhaus und das Strand- (Flüchtlings-) Lager trafen.»

Später meldete die israelische Armee, dass bewaffnete Palästinenser durch einen Tunnel von Gaza nach Israel gelangt seien und auf Soldaten geschossen hätten. Nach den Angreifern werde gesucht, teilte das Militär mit. Medienberichten zufolge wurden bei dem Gefecht fünf Palästinenser getötet.

Neue Offensive von Israel

Israel setzte nach einer am Wochenende weitgehend eingehaltenen Waffenruhe seine Offensive gegen das von der radikalislamischen Hamas kontrollierte Gebiet fort. Vorausgegangen sei ein erneuter Raketenbeschuss Israels vom Gazastreifen aus, teilte das Militär mit. Beide Seiten ignorierten mit der Wiederaufnahme des Beschusses einen Appell des Sicherheitsrats, eine sofortige und bedingungslose humanitäre Feuerpause einzuhalten.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon rief daraufhin erneut zum Ende der Gewalt im Gazastreifen «im Namen der Menschlichkeit» auf. Die Regierung Israels und die Führung der Hamas handelten «moralisch falsch», indem sie auf Waffengewalt setzten. Er forderte den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu und Hamas-Führer Chaled Maschaal auf, den «politischen Willen» und «teilnahmsvolle Führung» zu zeigen, um das Leiden zu beenden. Nach den israelischen Angriffen sei Gaza in einem kritischen Zustand. Der Tod vieler Zivilisten lasse «ernste Fragen zur Verhältnismässigkeit» aufkommen.

Angriff auf Hamas-Stützpunkte

Israelische Kampfjets hatten verschiedene mutmassliche Hamas-Stützpunkte im Gazastreifen bombardiert, auch die Bodenoffensive ging weiter. Nach Militärangaben wurden zwei Abschussrampen für Raketen und eine Werkstatt ins Visier genommen, in der Raketen gebaut werden. Zuvor seien vom Gazastreifen ein Dutzend Raketen auf Israel abgefeuert worden.

Die israelischen Streitkräfte hatten vor den Luftangriffen mitgeteilt, sie hätten seit Sonntag 21.30 Uhr Ortszeit keine Angriffe im Gazastreifen ausgeführt. Bodentruppen hätten aber den Einsatz fortgesetzt, das Tunnelsystem der Hamas an der Grenze zu zerstören, von dem aus Angriffe auf Israel ausgeführt würden. Ausserdem sei mit Artillerie auf mutmassliche Hamas-Stellungen in Beit Lahija im Norden des Küstenstreifens gefeuert worden, nachdem von dort eine Rakete auf Aschkelon abgefeuert worden sei. «Ruhe wird mit Ruhe beantwortet», erklärten die Streitkräfte.

Netanyahu äusserte nach einem Treffen mit Ban seine Unzufriedenheit über den UN-Aufruf. Auf die «israelischen Sicherheitsbedürfnisse und die Entmilitarisierung des Gazastreifens» werde damit nicht eingegangen.

Maschaal sagte dagegen in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CBS, die Palästinenser müssten sich zu oft Aufrufe zur Sicherheit Israels anhören. «Warum gebt ihr die nicht den Palästinensern?», fragte er. «Als Palästinenser will ich befreit sein, ohne Besatzung leben.» Auf die direkte Frage, ob er das Existenzrecht Israels anerkenne, sagte er:«Nein», und fügte hinzu:«Ich kann nicht mit Besatzung koexistieren. Ohne Besatzung gibt es Koexistenz. Ich bin zur Koexistenz mit Juden und Christen, Arabern und Nicht-Arabern bereit.»

SDA/kpn

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