«Zahlreiche Hinweise» auf Kinderfolter in Syrien

Ein UNO-Ausschuss untersucht im Syrien-Konflikt mögliche Vorfälle von Folter. Der Bericht – der heute in Genf präsentiert wurde – liefert beunruhigende Indizien.

Werden offenbar nicht von den Streitkräften verschont: Syrische Flüchtlingskinder in Tripolis. (25. November 2011)

Werden offenbar nicht von den Streitkräften verschont: Syrische Flüchtlingskinder in Tripolis. (25. November 2011)

(Bild: Keystone)

Der Menschenrechtsrat der UNO sorgt sich wegen zunehmender Berichte über Folter von Kindern in Syrien. Dem Gremium lägen «zahlreiche, übereinstimmende und fundierte» Informationen über Misshandlungen durch die Sicherheitskräfte des Landes vor, hiess es heute in Genf. Besonders beunruhigend seien Angaben über Vorfälle im Zusammenhang mit Kindern, sagte der Vorsitzende des UNO-Ausschusses gegen Folter, Claudio Grossman.

Derweil gehen die Kämpfe mit unverminderter Härte weiter: Sechs Elitepiloten des syrischen Militärs sind bei einem Angriff in der Provinz Homs getötet worden. Das teilte das Militär heute in einer ungewöhnlichen Stellungnahme im Fernsehen mit. Die Attacke markiere eine gefährliche Eskalation in dem inneren Konflikt, hiess es weiter.

Eine «bewaffnete Terrorgruppe» habe einen Luftwaffenstützpunkt zwischen Homs und Palmira angegriffen, sagte ein Militärsprecher. «Dies beweist die Beteiligung ausländischer Elemente und deren Unterstützung solcher Terroraktionen, um die Kampfkraft unserer Kräfte zu schwächen.» Damaskus werde bei jedem Versuch, ein Chaos zu verursachen, zurückschlagen.

Ultimatum heute abgelaufen

Heute lief ein Ultimatum der Arabischen Liga an die syrische Führung ab, ohne dass Syrien wie gefordert der Entsendung von Beobachtern zustimmte. Wie aus arabischen Kreisen weiter bekannt wurde, wollte die Liga Syrien aber noch bis Mitternacht Zeit geben, auf die Forderung einzugehen.

Nach Angaben der UNO sind bei dem gewaltsamen Vorgehen des Regimes von Präsident Baschar Assad gegen Demonstranten seit März mehr als 3500 Menschen getötet worden.

mrs/sda

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