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Wo Mubarak seine Schläger rekrutiert

Die Mubarak-Getreuen schicken Schlägertrupps in den Kampf gegen die Demonstranten. Ein Medienbericht zeigt auf, woher sie kommen und was sie verdienen.

Mit den Schuhen herauswerfen: Ägyptische Demonstranten nach der Rede von Mubarak. (2. Februar 2011)
Mit den Schuhen herauswerfen: Ägyptische Demonstranten nach der Rede von Mubarak. (2. Februar 2011)
Keystone
Fordert Beginn der Transformation: Die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in Ägypten lauschen den Worten des US-Präsidenten. (2. Februar 2011)
Fordert Beginn der Transformation: Die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in Ägypten lauschen den Worten des US-Präsidenten. (2. Februar 2011)
Keystone
Nach dem Freitagsgebet am 28. Januar: Die Polizei geht in Kairo mit Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor.
Nach dem Freitagsgebet am 28. Januar: Die Polizei geht in Kairo mit Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor.
Keystone
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Die regierende Nationaldemokratische Partei (NDP) von Ägyptens Präsident Hosni Mubarak hat Schlägertrupps angeheuert. Wie die Ereignisse in den letzten zwei Tagen in Kairo zeigen, sollen die Schläger die Proteste stören und die Demonstranten einschüchtern. Mubarak-Anhänger – bewaffnet mit Messern, Knüppeln und Steinen – stürmten in die Menschenmenge. Andere Schergen schlugen aus dem Sattel von Kamelen und Pferden mit Eisenstangen auf die Köpfe der Demonstranten ein.

Am Donnerstag ging es brutal weiter: Mubarak-Getreue machten Jagd auf Journalisten, um eine freie Berichterstattung zu verunmöglichen. Auch Menschenrechtsaktivisten gerieten verschärft zwischen die Fronten.

Handgeld von 13 bis 19 Franken

Die Privilegierten und Profiteure des Mubarak-Systems wehren sich gegen den Wandel. Sie schicken aber andere in die blutigen Strassenkämpfe. Aus ländlichen und halbländlichen Regionen werden Tausende Männer geholt, die sich ohne grosse Probleme für den Kampf gegen die Demonstranten einspannen lassen, wie «Spiegel» online berichtet. Die Armen Ägyptens seien misstrauisch gegenüber den Demonstranten. Sie befürchteten, dass die Protestbewegung heimlich andere Ziele verfolge.

Bettelarme Analphabeten – auch «Hunde des Paschas» genannt – rücken für ein Handgeld von umgerechnet 13 bis 19 Franken aus. «Sie sind billig, sie sind verzweifelt, sie stellen keine Fragen», heisst es im «Spiegel»-Bericht.

14'000 Gefängnisinsassen freigelassen

Angeblich sollen NDP-Funktionäre veranlasst haben, dass dutzende Haftanstalten geöffnet wurden. Rund 14'000 Gefängnisinsassen, darunter Schwerverbrecher, kamen frei. Ihnen soll Haftverschonung in Aussicht gestellt worden sein, wenn sie für Chaos sorgen und die Demonstrationen der Mubarak-Gegner sabotieren.

Für heute Freitag werden in Ägypten erneut Massendemonstrationen erwartet. Die Opposition hat den «Tag des Abgangs» ausgerufen. Auch die Mubarak-Getreuen machen mobil, so dass es in Kairo wohl wieder zu blutigen Zusammenstössen kommen wird. In den vergangenen Tagen starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens 13 Menschen. Rund 1200 Personen erlitten Verletzungen.

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