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«Wir sehen uns bald in Sanaa»

Der jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh will nach seiner Behandlung in Saudiarabien in seine Heimat zurückkehren. Dies kündigte er in einer Fernsehansprache an.

Auch nach dem Rücktritt Salehs gehen die Proteste und die Gewalt weiter: Demonstranten auf einem gepanzerten Fahrzeug übergelaufener Soldaten in Sanaa. (24. November 2011)
Auch nach dem Rücktritt Salehs gehen die Proteste und die Gewalt weiter: Demonstranten auf einem gepanzerten Fahrzeug übergelaufener Soldaten in Sanaa. (24. November 2011)
Reuters
Zu den Gegnern des Regimes übergelaufene Soldaten bewachen einen Demonstrationszug in Sanaa. (24. November 2011)
Zu den Gegnern des Regimes übergelaufene Soldaten bewachen einen Demonstrationszug in Sanaa. (24. November 2011)
Reuters
Auch in anderen Städten tobt der Kampf: Die Strassen von Taiz, einer Stadt im Süden des Landes, wurden ebenfalls mit Steinen blockiert. (4. Juni)
Auch in anderen Städten tobt der Kampf: Die Strassen von Taiz, einer Stadt im Süden des Landes, wurden ebenfalls mit Steinen blockiert. (4. Juni)
Reuters
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Gut zwei Monate nach seiner Ausreise nach Saudiarabien angesichts anhaltender regierungskritischer Proteste hat Jemens Staatschef Ali Abdallah Saleh eine baldige Rückkehr in sein Heimatland angekündigt. «Wir sehen uns bald in unserer Hauptstadt Sanaa», sagte Saleh heute offenbar in guter Verfassung in einer Fernsehansprache, die von Riad aus übertragen wurde.

Zugleich übte er scharfe Kritik an der parlamentarischen Opposition im Land. Ihren Politikern warf Saleh «begrenzte Interessen und begrenztes Denken» vor, sie seien «Reste von Marxisten, Taliban und Anhängern des Imam», des früheren jemenitischen Königs. Ausserdem hätten sie die Parolen der jungen Demonstranten «geklaut», die seinen Rücktritt vom Präsidentenamt fordern.

Aus dem Krankenhaus entlassen

Saleh war am 3. Juni bei einem Bombenangriff verletzt und zur Behandlung nach Saudiarabien gebracht worden. Vor gut einer Woche wurde er aus dem Krankenhaus entlassen. Bereits Anfang Juli kündigte er an, bald in den Jemen zurückkehren zu wollen. Seit Januar sieht sich der seit mehr als drei Jahrzehnten im Jemen herrschende Präsident einer Protestbewegung gegenüber, die seinen Rücktritt fordert.

In Sanaa wollten am Mittwoch rund 700 Vertreter verschiedener Oppositionsgruppen zusammentreten, um einen Nationalrat zu wählen. Ziel ist es, die Koordination der Opposition zu verbessern, um so Salehs Sturz zu erreichen.

23 Stammeskämpfer getötet

Derweil sind bei heftigen Kämpfen mit Eliteeinheiten der Armee im Jemen in der Region Arhab nordöstlich der Hauptstadt Sanaa 23 Stammeskämpfer getötet worden. Die Männer seien in der Nacht zum Dienstag bei Gefechten mit der republikanischen Garde ums Leben gekommen, sagten Stammesvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Die heftigsten Kämpfe gab es demnach in Scheheb Arhab an der Fernstrasse, welche die Region mit Sanaa verbindet.

Soldaten der republikanischen Garde hätten die Stammeskämpfer bis in ihre Dörfer verfolgt. In der Region war die Lage besonders angespannt, nachdem die Armee vergangene Woche eine Strassensperre errichtet hatte. Seitdem gab es immer wieder gewaltsame Auseinandersetzungen.

dapd/wid

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