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«Wir müssen den Krebs gemeinsam entfernen»

IS-Kämpfer richteten vor laufender Kamera einen amerikanischen Jouralisten hin. US-Präsident Barack Obama verurteilt die Tat aufs Schärfste und sagt, wie er die Terrormiliz bekämpfen will.

Gedenkfeier für ihren Sohn: Diane und John Foley sprechen zu den Trauergästen. (24. August 2014)
Gedenkfeier für ihren Sohn: Diane und John Foley sprechen zu den Trauergästen. (24. August 2014)
Keystone
IS-Terroristen forderten 100 Millionen Euro für ihren Sohn: Diane und John Foley sprechen vor ihrem Haus in Rochester, New Hampshire, zu Reportern. (20. Ausgust 2014)
IS-Terroristen forderten 100 Millionen Euro für ihren Sohn: Diane und John Foley sprechen vor ihrem Haus in Rochester, New Hampshire, zu Reportern. (20. Ausgust 2014)
Jim Cole, Keystone
Freunde und Arbeitskollegen beschreiben ihn als fair, neugierig und ausgeglichen – Foley während eines Einsatzes in Syrien. (Juli 2012)
Freunde und Arbeitskollegen beschreiben ihn als fair, neugierig und ausgeglichen – Foley während eines Einsatzes in Syrien. (Juli 2012)
Keystone
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Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den US-Journalisten James Foley enthauptet. Zu Propaganda-Zwecken veröffentlichten die Jihadisten am Dienstag ein Video der grausamen Hinrichtung. US-Präsident Barack Obama verurteilte die Tat auf das Schärfste.

Der Tod von James Foley «schockiert das Bewusstsein der gesamten Welt», sagte Obama am Mittwoch an seinem Ferienort Martha's Vineyard in Massachussetts. Es habe sich um eine feige Tat gehandelt.

Der Präsident kündigte eine Fortsetzung der Luftschläge gegen die Terroristen im Irak an. Die USA würden weiterhin alles tun, um ihre Bürger zu beschützen.

Der Kampf gegen die Miliz müsse von der internationalen Gemeinschaft getragen werden. «Es muss eine gemeinsame Anstrengung geben, den Krebs zu entfernen, damit er sich nicht ausbreitet», sagte Obama.

Jihadisten drohen mit weiteren Hinrichtungen

Das knapp fünfminütige Video trägt den Titel «Botschaft an Amerika». Foley sei aus Rache für die US-Luftschläge im Norden des Iraks enthauptet worden, hiess es. Sollte Washington seine Angriffe nicht einstellen, würden weitere Reporter sterben, drohten die Jihadisten.

Die Terrormiliz hat noch einen zweiten US-Journalisten in ihrer Gewalt. Es handelt sich dabei um Steven Sotloff, der im August 2013 in Syrien verschwunden war. Der Reporter wird in dem veröffentlichten Video ebenfalls gezeigt.

Der 40-jährige Foley, der unter anderem für die Nachrichtenagentur AFP und die US-Nachrichtenwebsite «GlobalPost» arbeitete, war nach Angaben von Augenzeugen im November 2012 im Nordwesten Syriens von Bewaffneten gefangengenommen worden. Seitdem fehlte von ihm jede Spur.

Video als echt eingestuft

Die US-Regierung hält das Video mit der Enthauptung Foleys für echt. «Die US-Geheimdienste haben das jüngst veröffentlichte Video analysiert, das die US-Bürger James Foley und Steven Sotloff zeigt. Wir sind zum Schluss gekommen, dass das Video authentisch ist», teilte die Sprecherin des Nationales Sicherheitsrates, Caitlin Hayden, am Mittwoch mit.

Auch der britische Aussenminister Philip Hammond stufte das Video als echt ein. Alle Kennzeichen der Terrorbotschaft wirkten «authentisch», sagte er.

Londoner Akzent

Die in dem Video gezeigte Enthauptung Foleys wird von einem schwarz gekleideten und maskierten Mann ausgeführt, der Englisch mit Londoner Akzent spricht. Nach Angaben von Grossbritanniens Regierung wird immer wahrscheinlicher, dass der Täter Brite ist.

«Wir haben das verantwortliche Individuum nicht identifiziert, aber nach dem, was wir gesehen haben, sieht es zunehmend danach aus, dass es ein britischer Staatsbürger ist», sagte Premierminister David Cameron, der wegen eines Krisentreffens seine Ferien unterbrach, am Mittwoch in London.

Cameron sprach von einer «barbarischen und brutalen Tat» und einem «Mord ohne jede Rechtfertigung». Britische Geheimdienste fahnden nun nach dessen Identität.

London geht davon aus, dass etwa 400 britische Staatsbürger für den IS kämpfen. Laut der EU-Kommission sollen in Syrien und im Irak mehr als 2000 gewaltbereite Islamisten aus der Europäischen Union unterwegs sein.

Deutschland liefert Waffen

Der französische Präsident François Hollande will eine internationale Konferenz zum Umgang mit den Terroristen organisieren. Nach Angaben des Elysée-Palastes soll die Initiative im September starten.

Frankreich beschloss vor einer Woche als erster EU-Staat Waffenlieferungen an die Kurden, die im Irak gegen IS kämpfen. Am Mittwoch erklärte sich auch Deutschland zu Waffenlieferungen bereit.

Die IS-Kämpfer hatten ihre Offensive im Nordirak am 9. Juni begonnen. Da die irakische Armee zunächst kaum Widerstand leistete, wurde die Region von den Jihadisten förmlich überrannt. Anfang August begannen die USA mit Luftangriffen auf IS-Stellungen, um die Kurden und die irakischen Streitkräfte im Kampf gegen die sunnitischen Extremisten zu unterstützen.

sda/AP/AFP/chk/mrs

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