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Wie der Fahrer den Angriff auf Bus 392 erlebte

Der Chauffeur des attackierten Linienbusses in Israel hat den Anschlag nur mit viel Glück überlebt. In einer Zeitung beschreibt er die turbulenten Momente, die im Nahen Osten die Situation wieder eskalieren liessen.

Von Bewaffneten attackiert: Der Buschauffeur sitzt in seinem zerstörten Fahrzeug. (18. August 2011)
Von Bewaffneten attackiert: Der Buschauffeur sitzt in seinem zerstörten Fahrzeug. (18. August 2011)
Reuters
Aus dem Hinterhalt angegriffen: Einer der zerstörten Busse. (18. August 2011)
Aus dem Hinterhalt angegriffen: Einer der zerstörten Busse. (18. August 2011)
Reuters
Ein israelischer Soldat bewacht den Bus, auf welchen das Attentat verübt wurde. (18. August 2011)
Ein israelischer Soldat bewacht den Bus, auf welchen das Attentat verübt wurde. (18. August 2011)
Reuters
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Der 67-jährige Benny Bilefsky fährt gestern den rappellvollen Bus 392 auf der Bundesstrasse 12 in Richtung Eilat. Seit 25 Jahren bedient er diese Strecke. Die meisten seiner Passagiere sind müde Soldaten, die übers Wochenende nach Hause zurückkehren. Der israelische Badeort Eilat liegt an der Spitze des Golfs von Aqaba am Roten Meer, nur unweit der Grenze zu Ägypten. Dort fährt auch der Bus 392 entlang. Deshalb zeigt sich Bilefsky nicht überrascht, als er an jenem Abend ein wild blinkendes Fahrzeug sieht. Daneben stehen zwei Männer in ägyptischer Uniform. «Ich dachte, sie würden den Zaun reparieren», erklärt Bilefsky der israelischen Zeitung «Haaretz». «Ich habe ein wenig gebremst – und einen Kugelhagel abgekriegt.»

Eine Kugel zischt am Kopf von Bilefsky vorbei und zertrümmert das Trennglas zwischen ihm und den Passagiersitzen. Das ratternde Geräusch eines automatischen Feuergewehrs folgt. Bilefsky drückt aufs Gaspedal, ruft gleichzeitig den Polizeinotruf an und fährt die Verletzten bis zum Checkpoint Netafim, 12 Kilometer nordwestlich von Eilat.

Die vermeintlichen ägyptischen Soldaten entpuppen sich als Palästinenser, die mit der Beschiessung des Linienbusses 392 eine ganze Reihe koordinierter Angriffe auf israelische Ziele auslösen. Eine halbe Stunde später wird mehrere Kilometer vom Tatort entfernt ein Privatwagen von einer panzerbrechenden Rakete getroffen. Kurz darauf fährt eine herbeigerufene Militärpatrouille über eine Bombe am Strassenrand.

«Wir gingen sofort in Deckung»

Im Bus 392 werden noch während Bilfeskys Eilfahrt an einen sicheren Ort die Verletzten von Soldaten notfallmässig versorgt. Eine israelische Offizierin, die an Bord von Bus 392 war, berichtet der «Haaretz» von turbulenten Szenen nach dem Angriff. Selbst unverletzt, leitet sie erste Rettungsmassnahmen für die Verletzten ein. Ein weiterer Passagier beschrieb der BBC den Moment des Angriffs: «Ich unterhielt mich mit meinem Sitznachbar, als die Schüsse fielen. Wir gingen sofort in Deckung. Glassplitter des Fensters flogen durch die Luft.»

Bei der jüngsten Anschlagsserie sterben insgesamt acht Menschen, sechs Zivilisten, ein Soldat und ein Polizist. 31 Menschen werden verletzt. Sieben Angreifer kommen im Schusswechsel ums Leben. Es handelt sich um den verheerendsten Terroranschlag in Israel seit dem 6. März 2008, als ein arabischer Attentäter in einer jüdischen Religionsschule in Jerusalem acht Studenten erschoss. Die Terroranschläge treffen Israel mitten in der touristischen Hochsaison. In der Touristenhochburg Eilat am Roten Meer verbringen im August Zehntausende Menschen aus aller Welt ihre Ferien. Die südisraelische Stadt galt bislang als sicher.

Die Drohung Israels

Israel reagiert umgehend und startet mehrere Luftangriffe auf den von der Hamas kontrollierten Gazastreifen. Sieben Palästinenser werden getötet. Unter den Toten war auch der Anführer des palästinensischen Volkswiderstandskomitees, einer bewaffneten Palästinensergruppe, die von Israel direkt für die Anschläge verantwortlich gemacht wird. Das palästinensische Volkswiderstandskomitee schiesst wiederum als Vergeltungsmassnahmen sieben Raketen auf israelisches Gebiet. Die israelische Armee berichtet von rund einem Dutzend Raketen und Granaten, die vom Gazastreifen abgefeuert wurden. Drei weitere Israelis werden dabei verletzt.

Die Spirale der Gewalt dreht weiter. «Wenn die Hamas eine Eskalation will, dann wird sie einen hohen Preis zahlen», sagt Israels Brigadegeneral Joaw Mordetschai im israelischen Radio. Es stünden «alle Optionen» offen, auch eine Bodenoffensive.

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