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«Wenn es richtig kalt wird, dann gibt es hier Tote»

Vor ein paar Wochen sammelten Anja Dräger und Selma Kuyas in Zürich Hilfsgüter. Nun sind sie mit 15 Tonnen Material in Hegyeshalom angekommen – dort, wo sonst kaum jemand hilft.

Sind per Zug angekommen: Flüchtlinge in Hegyeshalom. (7. Oktober 2015)
Sind per Zug angekommen: Flüchtlinge in Hegyeshalom. (7. Oktober 2015)
Csaba Krizsan/MTI via AP

Als die Nacht hereinbricht, sind die meisten Flüchtlinge schon weitergezogen. Richtung österreichischem Grenzposten. Anja Dräger und ihre Freunde versorgen auf der ungarischen Seite in der kleinen Zeltstadt noch ein paar Zurückgebliebene: Familien mit kleinen, erschöpften Kindern. Alte Menschen, auf Krücken oder im Rollstuhl. Dann gönnt sich die 41-jährige Zürcherin eine kurze Pause. Es regnet nun schon den zweiten Tag, zwar leicht, aber permanent. Die Erde ist aufgeweicht, auf dem Asphalt steht das Wasser. Für die Flüchtlinge wird der Fussmarsch vom Bahnhof Hegyeshalom zur ungarisch-österreichischen Grenze zur Tortur. «Wir hatten Kinder, da konnten wir die klatschnassen Socken gar nicht von den wunden Füssen ziehen», erzählt Dräger, «die schrien vor Schmerzen».

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