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Was will die Opposition?

Der sich abzeichnende politische Umbruch in Ägypten könnte ein Machtvakuum hinterlassen. Denn den Regimegegnern fehlt eine akzeptierte Führungsfigur.

Machtkampf ohne Ende: Die ägyptischen Regimegegner haben sich auf dem Platz der Befreiung festgesetzt, im Präsidentenpalast aber will der angezählte Staatschef Hosni Mubarak nicht weichen. Auch der neue starke Mann, Mubaraks Vizepräsident Omar Suleiman, besteht darauf, dass der kaum noch in Erscheinung tretende Mubarak seine Regentschaft zu Ende bringen und «in Würde abtreten kann». Das Regime will Zeit gewinnen, fordert deshalb eine «verfassungsmässige Lösung». Die Anti-Mubarak-Front aber will erst verhandeln, wenn der Autokrat abgedankt hat. Und die Armee? Sie verharrt zwischen den Fronten: Es fällt ihr schwer, die mit Steinen aufeinander losstürmenden Gegner zu trennen.

Eine schnelle politische Lösung zeichnet sich nicht ab. Neue Gewalt ist wahrscheinlich. Dabei bewegt sich hinter den Kulissen einiges. Mubarak hatte sich in einem Interview mit einem amerikanischen Fernsehsender amtsmüde gezeigt. Er sei es leid, Präsident zu sein. Trotzdem will er noch ein halbes Jahr weiterregieren, bis zur geplanten Präsidentschaftswahl im September: «Wenn ich jetzt gehe, gibt es Chaos.»

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