Zum Hauptinhalt springen

Vertreibung und Flüchtlingselend – im Kongo wüten Rebellen

Im Osten des Kongos rücken die Truppen des Rebellengenerals Laurent Nkunda auf die Provinzhauptstadt Goma vor. Zehntausende Menschen sind auf der Flucht.

Flucht vor den Rebellen: Im Osten Kongos verlassen die Menschen ihre Dörfer, um Schutz in Uno-Einrichtungen zu suchen.
Flucht vor den Rebellen: Im Osten Kongos verlassen die Menschen ihre Dörfer, um Schutz in Uno-Einrichtungen zu suchen.
Keystone

Der britische Sender BBC berichtete, die Regierungstruppen würden sich aus ihren Stellungen in Kibumba zurückziehen. Das Uno-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) bereitet sich auf die Ankunft von 30'000 neuen Flüchtlingen vor.

Ein UNHCR-Team sei nun im Flüchtlingslager von Kibati, zehn Kilometer nördlich von Goma. Dort soll die zur Flucht gezwungene Bevölkerung aus den umliegenden Dörfern und Lagern aufgenommen werden, wie UNHCR-Sprecher Ron Redmond am Dienstag in Genf bekanntgab. Die Uno-Hilfe kommt rund 20'000 Flüchtlingen aus dem Lager von Kibumba, 30 Kilometer nördlich von Goma, und etwa 10'000 aus den nahe gelegenen Orten zugute.

«Komplette Panik»

Einheiten der Uno-Friedenstruppen (Monuc) bereiteten am Dienstag die Rettung von 50 ausländischen Helfern vor den vorrückenden Tutsi-Rebellen vor.

Die Rebellen rückten entlang einer strategisch wichtigen Strasse bis auf zehn Kilometer an die Stadt Rutshuru heran. «In der Stadt herrscht komplette Panik», berichtete ein Verwaltungsmitarbeiter per Telefon. Am Dienstag war die Lage in Goma Medienberichten zufolge angespannt. Am Montagabend hatten Blauhelme in die Kämpfe mit den Rebellen eingegriffen.

Der Kollaboration beschuldigt

Nach Angaben eines Monuc-Sprechers unterstützten die Uno-Truppen die Regierungsarmee mit Kampfhelikopter und gepanzerten Fahrzeugen. Zuvor hatten Demonstranten Uno-Fahrzeuge mit Steinen beworfen und den Friedenstruppen vorgeworfen, nicht genug für den Schutz der Zivilbevölkerung zu tun.

Nach Uno-Schätzungen sind in der ostkongolesischen Region Nord Kivu allein seit dem Neubeginn heftiger Kämpfe Ende August rund 200'000 Menschen geflohen. Ein im Januar unterzeichnetes Friedensabkommen war auch in den Monaten zuvor wiederholt verletzt worden. Nkundas Gefolgsleute beschuldigen die kongolesische Armee, mit Hutu-Milizen aus Ruanda zusammenzuarbeiten, die für den Genozid in dem Nachbarland 1994 verantwortlich seien.

SDA/cpm

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch