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Verdächtige im Fall Khashoggi bleiben in Saudiarabien

Von den 18 Verdächtigen soll keiner an die Türkei ausgeliefert werden, heisst es aus Riad.

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Protest vor dem saudischen Konsulat in Istanbul: Eine Gruppe arabischer und internationaler Persönlichkeiten aus Politik und Medien gründete eine globale Vereinigung namens «Khashoggis Freunde auf der ganzen Welt.» (25. Oktober 2018)
Protest vor dem saudischen Konsulat in Istanbul: Eine Gruppe arabischer und internationaler Persönlichkeiten aus Politik und Medien gründete eine globale Vereinigung namens «Khashoggis Freunde auf der ganzen Welt.» (25. Oktober 2018)
Emrah Gurel, Keystone

Saudiarabien will die im Fall des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi festgenommenen Verdächtigen nicht an die Türkei ausliefern. Es handle sich um saudiarabische Staatsbürger, sagte Riads Aussenminister Adel al-Dschubeir am Samstag als Begründung.

«Sie sind in Saudiarabien inhaftiert, die Ermittlung findet in Saudiarabien statt und sie werden in Saudiarabien strafrechtlich verfolgt», fügte er bei einer Konferenz in Bahrains Hauptstadt Manama hinzu. Die Türkei hatte am Freitag die Auslieferung der 18 Verdächtigen gefordert, die im Zusammenhang mit Khashoggis Tötung im saudiarabischen Konsulat in Istanbul Anfang Oktober festgenommen worden waren.

Am Donnerstag hatte die saudiarabische Generalstaatsanwaltschaft unter Berufung auf die türkischen Ermittlungen die Tötung Khashoggis erstmals als eine vorsätzlich geplante Tat bezeichnet.

Die bis zu diesem Zeitpunkt von Riad offiziell verbreitete Version zu dem Todesfall besagte, dass Khashoggi während eines Besuchs des saudiarabischen Konsulats in Istanbul bei einem «Faustkampf» zu Tode gekommen sei. Diese Darstellung wird international jedoch stark angezweifelt.

Am Sonntag reist Saudiarabiens Generalstaatsanwalt Saud bin Abdullah al-Muadschab nach Istanbul, um dort mit seinem türkischen Amtskollegen Irfan Fidan über den Fall zu sprechen.

Mattis: Tötung untergräbt Stabilität in Nahost

US-Verteidigungsminister Jim Mattis sieht in der Tötung Khashoggis eine Gefährdung für die Stabilität in Nahost. Gleichzeitig kündigte er am Samstag weitere Schritte der USA gegen die mutmasslichen Täter an.

«Mit Blick auf unser kollektives Interesse an Frieden und dem unerschütterlichen Respekt für Menschenrechte muss uns der Mord an Jamal Khashoggi in einer diplomatischen Vertretung alle beunruhigen», erklärte Mattis in einer vorab veröffentlichten Rede, die er auf einer Sicherheitskonferenz in Manama, der Hauptstadt von Bahrain, halten wollte.

Wenn ein Staat darin scheitere, internationale Normen und rechtsstaatliche Prinzipien zu beachten, werde die regionale Stabilität in einer Zeit untergraben, in der es besonders nötig sei, hiess es weiter. Im Redetext befand sich kein direkter Bezug zum saudischen Kronprinzen Muhammad bin Salman, der im Verdacht steht, die tödliche Attacke auf den Journalisten angeordnet zu haben.

Die USA hatten im Zusammenhang mit der Tötung 21 saudiarabischen Staatsbürgern die Einreise in die USA verboten. Auch ein saudiarabischer Staatsanwalt hatte das Verschwinden Khashoggis im saudiarabischen Konsulat in Instanbul zuletzt als Mord bezeichnet.

Ursprünglich hatten die Behörden in Riad abgestritten, etwas mit dem Verschwinden Khashoggis Anfang Oktober zu tun zu haben. Später hiess es, der 59-Jährige sei bei einer Schlägerei in dem Konsultat ums Leben gekommen.

(AFP)

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