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US-General: IS führt Camp in Libyen

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) besitzt nach Angaben des US-Kommandos in Afrika mittlerweile selbst in Libyen Ausbildungslager. Damit bestätigt es Bedenken europäischer Experten.

General David Rodriguez (M.) berichtet von 200 Jihadisten im Camp.
General David Rodriguez (M.) berichtet von 200 Jihadisten im Camp.
Reuters

Die Trainingscamps im Osten des nordafrikanischen Landes seien «im Entstehen» begriffen und das US-Militär beobachte deren Entwicklung sehr genau. Das sagte der US-General David Rodriguez am Mittwoch vor Journalisten. Rodriguez leitet das Afrika-Kommando der USA. Den Worten des US-Generals zufolge befinden sich in den Lagern derzeit rund 200 Jihadisten.

Danach befragt, ob die Camps ein mögliches Ziel von US-Luftangriffen seien, sagte der General aber: «Nein, im Moment nicht.» Die Aktivitäten der Kämpfer in Libyen seien noch «sehr klein» und es werde genau beobachtet, wie sie sich künftig entwickelten, sagte Rodriguez.

Die US-Regierung und auch europäische Experten hatten zuvor bereits Bedenken geäussert, dass sich die Jihadisten die politische Instabilität in Libyen zunutze machen könnten, um dort ihren Einfluss zu stärken. Der US-General sagte nun dazu, er gehe davon aus, dass es sich bei den IS-Kämpfern in Libyen nicht um Jihadisten handle, die in das Land gereist seien, sondern vielmehr um Mitglieder örtlicher Milizen, die mittlerweile mit dem IS sympathisieren.

Irans Rolle

Die Extremistenorganisation kontrolliert weite Teile in Syrien und im Irak. Eine internationale Militärkoalition geht in beiden Ländern derzeit gegen die IS-Kämpfer vor. Offenbar schaltete sich inzwischen auch Iraks Nachbar Iran umfassend ein: Das Land gehört zwar nicht zu der Koalition, am Dienstag hatte das Pentagon aber erklärt, es habe Hinweise auf Angriffe iranischer Kampfjets auf IS-Stellungen.

Am Mittwoch gab die US-Verteidigung weitere Informationen zu den iranischen Luftangriffen bekannt, die aus Teheran selbst bislang nicht bestätigt wurden. Iranische Kampfjets hätten am vergangenen Wochenende in der östlichen Provinz Dijala Ziele angegriffen, sagte ein Pentagonsprecher. Dort seien die USA «nicht aktiv». Dem US-Verteidigungsministerium zufolge arbeiteten Militärberater Teherans und Washingtons im Irak ein Konzept verschiedener Interventionsgebiete aus.

«Stillschweigende Vereinbarung»

Ein weiterer Vertreter der US-Verteidigung, der anonym bleiben wollte, sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Iran und die USA wollten Konfrontationen vermeiden. Es gebe eine Art «stillschweigende Vereinbarung», dass die USA nicht in demselben Gebiet wie der Iran im Einsatz seien. Im Gegenzug greife der Iran die US-Kräfte nicht an.

Das britische Militär, das sich an der US-geführten Koalition beteiligt, erklärte dazu, London wisse, dass der Iran «Streitkräfte im Irak stationiert» habe. Grossbritannien kooperiere aber nicht mit ihnen, sagte ein Militärvertreter in London.

SDA

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