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USA wollen Sudan teilen

US-Aussenministerin Hillary Clinton bezeichnet den Sudan als tickende Zeitbombe. Der Südsudan soll so schnell wie möglich unabhängig werden. Doch das ist nicht so einfach.

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(Quelle AFP)
(Quelle AFP)

Wenige Monate vor dem Referendum über die Unabhängigkeit des Südsudan sorgen sich die USA um die Konsequenzen des Votums. US-Aussenministerin Hillary Clinton habe den sudanesischen Vizepräsidenten Ali Osman Taha und den politischen Führer des autonomen Südens, Salva Kiir, in Telefonaten aufgefordert, das Friedensabkommen umzusetzen und das Referendum vorzubereiten, sagte Clintons Sprecher Philip Crowley am Mittwoch in Washington.

Auch US-Präsident Barack Obama misst dem für den 9. Januar geplanten Referendum im Südsudan grosse Bedeutung bei. Er will am 24. September an einer Sitzung der Vereinten Nationen zur Lage in dem ostafrikanischen Land teilnehmen, wie die US-Botschafterin bei der UNO mitteilte.

Enger Zeitplan

Clinton sagte am Rande einer Veranstaltung des Council on Foreign Relations, die Lage im Sudan sei «eine tickende Zeitbombe». Der Zeitplan für das Referendum sei sehr eng. «Aber das eigentliche Problem ist: Was passiert, wenn das Unvermeidliche geschieht, nämlich das Referendum abgehalten wird und der Süden seine Unabhängigkeit erklärt?»

Es müssten verschiedene Fragen geklärt werden, etwa was im Falle einer Teilung des Landes mit den Ölreserven im Süden geschehen werde. Die USA wollten gemeinsam mit der Afrikanischen Union und Südafrika sowie mit Grossbritannien und Norwegen dafür sorgen, dass es zu einem «sanften Referendum» komme. Der Norden des Sudan müsse dazu gebracht werden, den Ausgang des Referendums zu akzeptieren. Aber auch der Süden müsse «einige Zugeständnisse» machen, wenn er «nicht noch weitere Jahre Krieg will».

Im Januar soll eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit des Südsudan stattfinden. Sie ist der Höhepunkt eines Ende 2005 begonnenen Friedensprozesses, der den zwei Jahrzehnte dauernden Bürgerkrieg zwischen dem Norden und dem Süden beendete. In dem Konflikt kamen zwei Millionen Menschen ums Leben, vier Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben.

(AFP)

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