USA prüfen Atomgespräche mit dem Iran

Sollte Teheran die Anreicherung von Nuklearmaterial stoppen, könnten die westlichen Sanktionen schneller gelockert werden, heisst es aus Washington. Jetzt soll aber zuerst wieder geredet werden.

Soll nur für zivile Zwecke dienen: Eine Atomanlage im Iran. (Archivbild)

Soll nur für zivile Zwecke dienen: Eine Atomanlage im Iran. (Archivbild)

(Bild: Reuters)

Die USA suchen nach neuen Ansätzen in den Verhandlungen um das umstrittene Atomprogramm des Irans. Falls Teheran die Anreicherung von Nuklearmaterial stoppe, könnten die westlichen Sanktionen schneller als bislang angeboten gelockert werden, verlautete gestern aus Behördenkreisen in Washington. Bislang hat der Iran bei Verhandlungen mit dem Westen Einigungen blockiert.

Unterdessen kündigte die Internationale Atomenergiebehörde IAEA gestern an, im Dezember Atomgespräche in Teheran zu führen. Die Verhandlungen zwischen IAEA und dem Iran waren im Sommer ins Stocken gekommen, weil Teheran den Atomaufsehern Inspektionen in bestimmten Anlagen untersagte.

Treffen in Brüssel

Auch die Unterhändler aus Deutschland, den USA, Grossbritannien, China, Frankreich und Russland wollen nach Angaben einer Gewährsperson am 21. November in Brüssel zusammenkommen, um auf eine mögliche Wiederaufnahme der Atomverhandlungen mit dem Iran im kommenden Jahr hinzuarbeiten.

Nach Berichten aus Teheran zeigen die internationalen Sanktionen gegen den Iran Ergebnisse. Da die EU Ölimporte boykottiert, fehlen Teheran Deviseneinnahmen. Das Land ist auch vom internationalen Bankverkehr abgeschnitten worden und kann deshalb Waren aus dem westlichen Ausland nur noch über Umwege bezahlen. Zuletzt verlor auch die iranische Währung stark an Wert.

Neue Dynamik für die Gespräche

US-Beamte, die anonym bleiben wollten, sagten der Nachrichtenagentur AP, man wolle Teheran gegenüber zwar keine Konzessionen machen. Das Angebot von möglicherweise schnellerer Aufhebung von Sanktionen könne aber neue Dynamik in die Gespräche bringen. Auf der anderen Seite würden USA, EU und andere Verbündete aber auch weiter über verschärfte Sanktionen beraten, hiess es.

Der Iran nutzt sein Atomprogramm nach eigenen Angaben nur für zivile Zwecke. Der Westen geht aber davon aus, dass auch auf Atombomben hingearbeitet wird. Insbesondere Israel sieht sich dadurch bedroht und dringt darauf, dass die internationale Gemeinschaft Teheran zum Einlenken zwingt. Jerusalem hält sich zudem die Möglichkeit zu einem eigenen, präventiven Militärschlag ausdrücklich offen.

chk/dapd

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