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Undercover in Homs

Erstmals ist es einem westlichen Journalisten gelungen, nach Homs zu gelangen. Alles, was der BBC-Reporter Paul Wood bei seinem riskanten Besuch in der syrischen Rebellenhochburg sieht, deutet auf Bürgerkrieg.

Riskantes Unterfangen: Der BBC-Reporter Paul Wood in der Rebellenstadt Homs. (Screeshot: BBC)
Riskantes Unterfangen: Der BBC-Reporter Paul Wood in der Rebellenstadt Homs. (Screeshot: BBC)
Keystone

Der britischen BBC ist es nach eigenen Angaben gelungen, einen der ersten westlichen Reporter in die syrische Rebellen-Hochburg Homs einzuschleusen. Er sei über Libanon nach Syrien gelangt.

Der BBC-Reporter Paul Wood berichtete in seiner Reportage, dass die Aufständischen auf mehr Deserteure aus den Reihen der Armee hofften. Erste Soldaten der Regierungstruppen seien bereits übergelaufen. Die Aufständischen glaubten aber, dass ganze Bataillone bereit wären, zu desertieren.

Flugverbotszone wird gefordert

Dafür forderten die Rebellen, eine Flugverbotszone über Syrien entlang der türkischen Grenze zu errichten. Der einzige Grund, warum viele Militäreinheiten noch auf Regierungslinie seien, sei die Furcht vor einem Luftangriff durch loyale Einheiten des Assad- Regimes.

Woods sieht Anzeichen für einen bevorstehenden Bürgerkrieg im Land. Der Kampf für Demokratie in Syrien werde zu einem bewaffneten Aufstand. In seiner Dokumentation spricht der Reporter mit Mitgliedern der selbsternannten Freiheitsarmee, die bis auf die Zähne bewaffnet sind. Gleich mehrere Kalashnikovs hat sich ein junger Kämpfer um den Körper geschnallt.

Gezielte Angriffe

Die Aufständischen griffen vereinzelt Polizeiposten und Armeestellungen an, sie seien zahlenmässig aber hoffnungslos unterlegen, schildert der BBC-Journalist. «Dies ist ein Konflikt im Guerrilla-Stil», sagte Wood in seiner Reportage. Über Libanon würden Waffen ins Land geschmuggelt. Eine Kalaschnikow koste dort wegen der grossen Nachfrage bereits 1200 US-Dollar.

Derweil nimmt in Syrien die Gewaltspirale kein Ende: Sicherheitskräfte haben am Freitag laut Aktivisten das Feuer auf Demonstranten eröffnet und dabei mindestens elf Menschen getötet. Zu den Gewaltakten sei es vor Moscheen in der Provinz Daara gekommen, wie der in London ansässige Syrische Observatorium für Menschenrechte und das Örtliche Koordinationskomitee berichteten.

Damit wollten die Sicherheitskräfte offenbar verhindern, dass sich Gläubige nach den Freitagsgebeten an Demonstrationen beteiligten. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind bei dem gewaltsamen Vorgehen des Regimes von Präsident Baschar Assad gegen Demonstranten seit März mehr als 3.500 Menschen getötet worden.

SDA/mrs

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