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UN-Beobachter entgehen knapp Bomben-Attentat

Hochrangige Mitglieder der syrischen Beobachtermission wurden offenbar beinahe Opfer eines Attentats. Stattdessen sollen sich sechs Soldaten verletzt haben.

Anschlag auf UN-Konvoi: Leicht verletzte syrische Soldaten nach dem Bombenanschlag in Daraa. (9. Mai 2012)
Anschlag auf UN-Konvoi: Leicht verletzte syrische Soldaten nach dem Bombenanschlag in Daraa. (9. Mai 2012)
Keystone

Bei einer Bombenexplosion in der Nähe eines Konvois von UN-Beobachtern sind am Mittwoch in der syrischen Stadt Daraa sechs Soldaten verwundet worden. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP, der den Konvoi begleitete, berichtete, bei der Detonation seien die Fenster des Militärfahrzeugs zerstört worden. Dichter, schwarzer Rauch sei aufgestiegen. Der UN-Konvoi blieb unbeschädigt.

«Wir fuhren zum Schutz gerade hinter dem Konvoi her, als eine am Strassenrand versteckte Bombe explodierte», sagte ein Soldat, der nur seinen Vornamen Jahja nennen wollte. Ein Leutnant und fünf Soldaten seien dabei verwundet worden.

Die Detonation ereignete sich nur 100 Meter von dem Konvoi entfernt, in dem sich der Leiter der UN-Beobachtermission, General Robert Mood, sein Team sowie mitreisende Journalisten befanden. Wer hinter dem Anschlag steckte, war zunächst unklar. Der Angriff sei «eine plastische Erfahrung, die die Menschen in Syrien tagtäglich machen», sagte Mood vor Journalisten. Die Arbeit der Beobachter werde jedoch wie gehabt fortgesetzt.

Rebellenchef droht mit Angriffen

Unterdessen drohte der Chef der syrischen Rebellen angesichts des anhaltenden Bruchs der Waffenruhe durch die Regierung mit neuen Angriffen. «Unsere Leute verlangen, dass wir sie verteidigen», sagte der Führer der Freien Syrischen Armee, Riad al-Assad, der in London ansässigen Zeitung «Asharq al-Awsat».

Die am Mittwoch veröffentlichten Äusserungen al-Assads könnten den vom UN-Sondergesandten Kofi Annan ausgehandelten Waffenstillstand weiter gefährden. Erst am Dienstag hatte Annan ein düsteres Lagebild gezeichnet und erklärt, die Gewalt in Syrien bewege sich weiter «in nicht hinnehmbaren Ausmassen». Sein Friedensplan sei die «letzte Chance zur Abwendung eines desaströsen Bürgerkriegs».

Gleichwohl bekräftigte Annan, dass es immer noch Hoffnung gebe. So habe die Präsenz der UN-Beobachter in dem Land für eine Entspannung der Krise gesorgt.

Seit Beginn der Proteste gegen das Assad-Regime vor 14 Monaten kamen bei den Unruhen nach UN-Schätzungen mehr als 9000 Menschen ums Leben. Die syrische Regierung erklärte, hinter den Protesten steckten vom Ausland unterstützte Terroristen, die das Land schwächen wollten.

dapd/mrs/rub

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