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Über 130 Journalisten bei der Arbeit getötet

Reporter ohne Grenzen verkündet einen traurigen Rekord: 2012 sind 88 Journalisten und 47 Blogger im Kampf um freie Meinung ums Leben gekommen – die meisten davon in Syrien, in Pakistan und in Somalia.

Starb im Februar 2012 in Homs: Die engagierte Journalistin Marie Colvin 2001 in London.
Starb im Februar 2012 in Homs: Die engagierte Journalistin Marie Colvin 2001 in London.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) hat den traurigen Rekord von mehr als 130 getöteten Journalisten im Jahr 2012 bestätigt. Das geht aus der heute vorgelegten Jahresbilanz hervor.

Laut der Organisation kamen seit Anfang des Jahres 88 Journalisten und 47 Blogger bei der Arbeit ums Leben - mehr als je zuvor, seit Reporter ohne Grenzen 1995 die erste Bilanz veröffentlichte. Ähnliche Zahlen waren bereits am Montag in Genf und Paris vorgelegt worden.

«Zu den enorm hohen Opferzahlen haben vor allem der Syrien-Konflikt, die Gewalt der Taliban in Pakistan und der Bürgerkrieg in Somalia beigetragen», sagte ROG-Sprecher Michael Rediske in Berlin.

Am meisten Festnahmen in der Türkei

Die Bürgerkriegsländer Syrien und Somalia sowie das von den Taliban und Stammesrivalitäten destabilisierte Pakistan gehörten 2012 zu den gefährlichsten Orten für Journalisten, heisst es in der offiziellen Jahresbilanz. Auf gleicher Stufe stünden Mexiko und Brasilien, wo Drogenkartelle und Banden die Staatsmacht herausforderten.

Die meisten inhaftierten Journalisten und Blogger zählte Reporter ohne Grenzen 2012 in der Türkei, wo sich die Zahl der Festnahmen seit der Verschärfung des Kurdenkonflikts verdoppelt habe - sowie in China, wo die Regierung die Zensur vor dem Parteitag enorm verschärft habe.

Zahlreiche Journalisten sässen zudem in Syrien und im Iran im Gefängnis sowie in Eritrea, das seit Jahren den letzten Platz auf der ROG-Rangliste einnehme.

SDA/wid

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