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Über 1000 Verletzte bei Strassenschlachten in Kairo

Zwischen ägyptischen Jugendlichen und der Polizei kam es heute zu den grössten Ausschreitungen seit dem Ende des Mubarak-Regimes. Mehr als 1000 Menschen wurden verletzt.

Der arabische Frühling schwappt von Tunesien auf Ägpyten über: Am 25. Januar 2011 beginnen die Aufstände in Kairo. Zehntausende fordern den Rücktritt von Präsident Hosni Mubarak. (25. Januar 2011)
Der arabische Frühling schwappt von Tunesien auf Ägpyten über: Am 25. Januar 2011 beginnen die Aufstände in Kairo. Zehntausende fordern den Rücktritt von Präsident Hosni Mubarak. (25. Januar 2011)
AFP
Bei Ausschreitungen in der Hafenstadt Suez sterben an den folgenden Tagen insgesamt sechs Personen. Die wütende Menge zündet auch eine Polizeistation und weitere staatliche Gebäude an. (27. Januar 2011)
Bei Ausschreitungen in der Hafenstadt Suez sterben an den folgenden Tagen insgesamt sechs Personen. Die wütende Menge zündet auch eine Polizeistation und weitere staatliche Gebäude an. (27. Januar 2011)
Keystone
Vor dem Präsidentenpalast kommt es zu blutigen Strassenschlachten zwischen der Opposition und Muslimbrüdern. Mehrere Menschen sterben, viele werden verletzt. (5. Dezember 2012)
Vor dem Präsidentenpalast kommt es zu blutigen Strassenschlachten zwischen der Opposition und Muslimbrüdern. Mehrere Menschen sterben, viele werden verletzt. (5. Dezember 2012)
AFP
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Hunderte Jugendliche haben sich in Kairo den zweiten Tag in Folge Strassenschlachten mit Sicherheitskräften geliefert, bei denen nach Regierungsangaben mehr als 1000 Menschen verletzt wurden. Ausschreitungen in diesem Ausmass hat es in Ägypten seit dem Aufstand gegen den im Februar gestürzten Präsidenten Hosni Mubarak nicht mehr gegeben. Die Demonstranten forderten eine zügige strafrechtliche Verfolgung von Polizisten, denen ein brutales Vorgehen während der Massenproteste von Anfang des Jahres vorgeworfen wird.

Rund um das Innenministerium zog am Mittwoch Bereitschaftspolizei auf und setzte Tränengas gegen Demonstranten ein, die Steine und Brandbomben warfen. Später waren Soldaten mit gepanzerten Fahrzeugen im Einsatz, wie die amtliche Nachrichtenagentur Mena berichtete. Alle Strassen zum Innenministerium wurden gesperrt. Bereits am Dienstagabend hatten sich bis zu 6000 Demonstranten über Stunden hinweg Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert.

Beschädigte Autos und Geschäfte

Mindestens 18 Autos und elf Geschäfte wurden beschädigt. Der stellvertretende Gesundheitsminister Abdul Hameed Abasah erklärte laut Mena am Mittwoch, 900 Verletzte seien noch vor Ort behandelt und mehr als 120 weitere in Krankenhäuser eingeliefert worden.

Die Zusammenstösse dürften den Graben zwischen vielen Ägyptern und der Polizei vertiefen. Die Sicherheitskräfte werden zahlreicher Menschenrechtsverletzungen unter dem Mubarak-Regime beschuldigt. Die Streitkräfte veröffentlichten auf ihrer Facebook-Seite eine Erklärung, wonach die Zusammenstösse das Land destabilisieren und einen Keil zwischen die treibenden Kräfte des Aufstands und die Sicherheitskräfte treiben sollten.

Rufe nach Absetzung des «Feldmarschalls»

Beim Vorgehen gegen die Massenproteste Anfang des Jahres wurden rund 850 Demonstranten getötet. Die Menge wandte sich am Dienstag und Mittwoch gegen die in ihren Augen schleppenden Ermittlungen gegen die damals mutmasslich verantwortlichen Polizisten. Rufe nach einer Absetzung «des Feldmarschalls» wurden laut, eine Anspielung auf Mubaraks langjährigen Verteidigungsminister Mohammed Hussein Tantawi. Er ist inzwischen Vorsitzender des Obersten Rats der Streitkräfte, der die Macht nach dem Sturz Mubaraks übernahm.

dapd/mrs

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