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Tzipi Livni, die neue Golda Meir Israels

Die israelische Aussenministerin Tzipi Livni hat die Urwahl in ihrer Kadima-Partei ganz knapp gewonnen. Sie hat gute Chancen, als zweite Frau Regierungschefin zu werden.

Rund 74'000 Mitglieder der Kadima waren am Mittwoch aufgerufen, den Vorsitz ihrer Partei neu zu bestellen. Der Zulauf zu den 90 Wahllokalen hielt sich zunächst in Grenzen, erst gegen Abend nahm er zu. Das Resultat fiel äusserst knapp aus.

Tzipi Livni, die Kronfavoritin der Primärwahl, hatte darum gebeten, die Wahllokale länger als geplant offen zu halten. Sie selbst hatte am Morgen in Tel Aviv abgestimmt. Dabei hatte sie ihre Sympathisanten ermuntert, sich an der Urwahl der Kadima zu beteiligen und zu zeigen, dass sie «der alten, ewig gleichen Politik überdrüssig» seien.

Livni verspricht «frische Tupfer»

Damit spielte die Aussenministerin ziemlich unverhohlen auf Ehud Olmert an, den Noch-Regierungschef, der unter Korruptionsverdacht seinen Rücktritt ankündigen musste und den sie, wenn Kadima sie zur Parteichefin erhebt, auch im Amt des Regierungschefs abzulösen gedenkt. Zum andern meinte sie sicher auch Shaul Mofaz, ihren Hauptrivalen bei dieser parteiinternen Ausmarchung, der als früherer General, Armeechef und Verteidigungsminister jenes Bild eines militärisch geprägten Landes vermittelt, dem Livni nun ein paar «frische Tupfer» aufsetzen will.

Umfragen vor der Wahl hatten der 50-jährigen Frau noch einen Erdrutschsieg über den zehn Jahre älteren Mofaz vorausgesagt. Die weiteren Kandidaten, Avi Dichter, derzeit Minister für öffentliche Sicherheit, und Innenminister Meir Sheetrit, folgten weit abgeschlagen.

Gespräche mit Syrien vertagt

In Istanbul hätte heute Donnerstag die fünfte Runde der indirekten Friedensgespräche zwischen Israel und Syrien beginnen sollen. Das Treffen wurde inzwischen auf unbestimmte Zeit verschoben. Israel hatte um die Verschiebung ersucht und gibt dafür «technische» Gründe an, die aber durchaus politischer Natur sind: Am 31. Juli, einen Tag nachdem Olmert seinen Rücktritt als Premier angekündigt hatte, quittierte dessen Stabschef Yoram Turbowicz sein Amt. Turbowicz fungierte bisher auch als wichtigster Unterhändler Jerusalems in den unter türkischer Vermittlung laufenden Gesprächen mit Damaskus. Diese Rolle sollte er nach israelischen Vorstellungen weiterführen, sein Status müsse aber erst geklärt werden, hiess es in Regierungskreisen.

Sobald Israel bereit sei, die Treffen in Istanbul fortzusetzen, werde auch Syrien bereit sein, versicherte dessen Aussenminister Walid al-Moallam. «Wir haben ein Interesse daran, ein solides Fundament für direkte Gespräche zu bilden, unabhängig davon wer die Kadima-Wahl gewinnen und die neue israelische Regierung bilden wird», so al-Moallam am Mittwoch.

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