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Tod von Islamistenführer schürt Angst vor Racheakten

Eine US-Drohne hat den Chef der al-Shabaab-Miliz in Somalia getötet. Mancher Experte spekulierte über eine Schwächung der Extremistengruppe. Doch die hat schnell einen Nachfolger benannt.

Der Tod Godanes gilt als schwerer Schlag: Mitglieder der al-Shabaab-Miliz in Mogadiscio. (Archivbild)
Der Tod Godanes gilt als schwerer Schlag: Mitglieder der al-Shabaab-Miliz in Mogadiscio. (Archivbild)
AP Photo

Nach dem tödlichen US-Angriff auf ihren Anführer Ahmed Godane hat die radikalislamische al-Shabaab-Miliz einen Nachfolger bestimmt: Der Extremist Ahmed Umar - bekannt auch als Abu Ubaida - soll den al-Qaida-Ableger in Somalia künftig führen, wie ein Kommandeur der Gruppe bekanntgab. Diese hatte zuvor US-Angaben bestätigt, wonach Godane bei dem Drohnenangriff am Montag ums Leben gekommen war.

Der Tod Godanes gilt als schwerer Schlag für die al-Shabaab, die Teile von Somalia beherrscht. Unter seiner Führung schmiedeten die Extremisten ihre Allianz mit dem Terrornetzwerk al-Qaida und verübten verheerende Anschläge, darunter der auf das Einkaufszentrum Westgate Mall in Kenias Hauptstadt Nairobi vor einem Jahr.

Mögliche Racheakte der Miliz

Die Gruppe gelobte Rache für die Tötung ihres Anführers, wie die Site Intelligence Group berichtete. Die Organisation beobachtet die Äusserungen islamistischer Extremisten. Zudem bekräftigte al-Shabaab ihre Allianz mit al-Qaida.

Die somalische Regierung hatte bereits vor möglichen Racheakten der Miliz gewarnt. Ziele könnten medizinische oder Bildungseinrichtungen sein, sagte Sicherheitsminister Chalif Ahmed Ereg. Die Regierung sei aber wachsam und das Militär vorbereitet, um solche Angriffe zu verhindern. Er rief die Kämpfer von al-Shabaab zur Kapitulation auf.

Die Tötung Godanes beschrieb Ereg als «herrlichen Sieg». US-Präsident Barack Obama hatte gestern bestätigt, dass der gezielte amerikanische Luftangriff auf den 37-jährigen Milizenführer am Montag erfolgreich gewesen sei.

Dank an die USA

Die al-Shabaab wurde 2011 von Soldaten der Afrikanischen Union aus der Hauptstadt Mogadiscio vertrieben und ist seither vor allem in ländlichen Gegenden aktiv. Vergangene Woche begann eine Militäroffensive gegen die letzten Hochburgen der Gruppe im Süden des Landes. Immer wieder kommt es aber nach wie vor zu Angriffen in Mogadiscio sowie im benachbarten Kenia, das sich am AU-Einsatz gegen die al-Shabaab beteiligt.

Der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta dankte den USA für die Tötung Godanes. «Wir schulden den Vereinigten Staaten und ihren Soldaten unseren tief empfundenen Dank dafür, dass sie Godanes Karriere von Tod und Zerstörung ein Ende gesetzt haben», erklärte er. Wer mit dem Schwert regiere, fall ihm letztlich selbst zum Opfer.

AP/ajk

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