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Tatenlos im Angesicht der Tragödie

Dieser Krieg ist militärisch nicht zu gewinnen, selbst wenn Aleppo irgendwann an das Regime fallen sollte.

MeinungPaul-Anton Krüger

Das Muster ist bekannt: Nach jeder gescheiterten Waffenruhe in Syrien bombardieren Russlands Luftwaffe und das Regime von Staatspräsident Bashar al-Assad noch heftiger als zuvor. ­Befehlshaber schiitischer Jihadisten-­Milizen aus dem Irak und ihre Kollegen von der libanesischen Hizbollah, die für die längst ausgeblutete Armee des syrischen Diktators die Drecksarbeit machen, wollen nun binnen einer Woche ganz Aleppo unter Kontrolle bekommen. Das ist Assads erklärtes Ziel, wie er es ja schon vor Beginn der kollabierten Feuerpause unmissverständlich klargestellt hat.

Für die in der Stadt eingeschlossenen Zivilisten, laut den Vereinten Nationen etwa 275'000 Menschen, bedeutet das neues Leid in bisher nicht gekanntem Ausmass. Und in Aleppo lässt sich das Leid schon bisher nicht mehr in Worte fassen. Die Appelle von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon und der westlichen Aussenminister müssen in ihren Ohren wie Hohn klingen. Von nicht endloser Geduld ist da die Rede, nicht aber von Konsequenzen, die man bereit wäre zu ergreifen, wenn diese Geduld denn wirklich jemals enden sollte. Das Leiden, so ist zu befürchten, wird noch lange weitergehen.

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