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Taliban belagern Polizeirevier – mindestens 26 Tote

Die afghanischen Taliban haben ein Polizeigebäude umzingelt und es beschossen. Die Kämpfe dauern seit Stunden.

Die Provinz Helmand gilt als Hochburg der Taliban. Sie haben ein Polizeigebäude im Süden Afghanistans umzingelt und mindestens 26 Menschen getötet, darunter 19 Polizisten und sieben Soldaten. Die Attacke in der Provinz Helmand sei noch nicht beendet, erklärte die Polizei am Abend.

Die Aufständischen belagerten das Polizeirevier im Bezirk Nau Sad, sagte Polizeichef Napas Chan telefonisch aus dem Gebäude. Sie hätten Polizeiwagen in ihre Gewalt gebracht und alle Zufahrtstrassen der Stadt blockiert. Er forderte ein sofortiges Einschreiten der Regierung.

Die Kämpfe hätten am frühen Morgen begonnen, sagte der Polizeichef weiter. Die Aufständischen hätten mehrere Polizeikontrollpunkte im Bezirk angegriffen. Helmand gilt als Hochburg der Taliban, die vom Opiumanbau in der fruchtbaren Gegend profitieren.

Kontrollposten angegriffen

Schon am Sonntag hatte ein Sprecher der Provinz Helmand mitgeteilt, dass die Taliban zehn Kontrollposten im Bezirk Sangan angegriffen hätten. Dabei hätten die Aufständischen drei Polizisten gefangen genommen.

Ebenfalls am Montag kam es zu mehreren weiteren Anschlägen. So flog ebenfalls im Süden des Landes, in der Provinzhauptstadt Kalat, ein mit Sprengstoff beladener Kleinlaster am Tor des Rats der Provinz Sabul in die Luft. Dort wurden mindestens fünf Menschen getötet und 62 verletzt, wie Ratsdirektor Atta Dschan Hakbajan sagte. Präsident Aschraf Ghani verurteilte die Attacke, zu der sich zunächst niemand bekannte.

Später explodierte eine Sprengfalle in der Nachbarprovinz Kandahar und riss sechs weitere Menschen in den Tod, wie ein Sprecher des dortigen Gouverneurs mitteilte.

Im Westen des Landes soll es in der Provinz Farah seit drei Tagen zu Gefechten zwischen den Taliban und Anhängern der Terrormiliz Islamischer Staat kommen. Gouverneur Asif Nang sagte, dabei seien mindestens zehn Taliban und 15 IS-Unterstützer getötet worden. Details nannte er nicht. Die Informationen gelten aber als weiterer Hinweis, dass der IS auch zunehmend in Afghanistan präsent ist.

AP/spu

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