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Syrischer Zug nach Sabotageakt entgleist

In Syrien entgleiste ein Reisezug mit fast 500 Passagieren. Die Regierung spricht von einem Sabotageakt.

Lokführer war sofort tot: Entgleister Zug in der Nähe der syrischen Stadt Homs.
Lokführer war sofort tot: Entgleister Zug in der Nähe der syrischen Stadt Homs.
Reuters
Die Regierung spricht von einem Sabotageakt: Ein Teil der Schienen sei vor dem Unglück entfernt worden.
Die Regierung spricht von einem Sabotageakt: Ein Teil der Schienen sei vor dem Unglück entfernt worden.
Reuters
Feuer nach der Entgleisung: Der Lokomotivführer soll in der Kabine verbrannt sein.
Feuer nach der Entgleisung: Der Lokomotivführer soll in der Kabine verbrannt sein.
Reuters
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Ein Reisezug mit mehr als 480 Menschen an Bord ist am Samstag in Syrien verunglückt. Der Lokführer war Behördenangaben zufolge sofort tot. 14 Passagiere wurden verletzt, als der Zug entgleiste und teilweise in Flammen aufging. Das staatliche Fernsehen berichtete, Saboteure hätten vor dem Unglück nahe der Stadt Homs einen Teil der Schienen entfernt. Der dortige Gouverneur Mustafa Abdul Aal sprach von einem Terrorakt. Beweise dafür wurden allerdings nicht genannt.

Der tödliche Zwischenfall sei «eine klare Botschaft» an alle, die die seit Monaten andauernden Proteste gegen das syrische Regime als friedlich bezeichneten, sagte Aal. Homs ist eine der Hochburgen der Protestbewegung gegen Staatschef Bashar Assad. Journalisten, die an den Unglücksort geführt wurden, wurden Motorradspuren gezeigt. Die Behörden gaben an, die Saboteure hätten Motorräder genutzt, um zu den Gleisen zu gelangen. Die Schienen waren offenbar mit Werkzeugen auseinandergerissen worden, die Schraubenschlüssel ähnelten.

«Ist das friedlich?»

«Bei dem Verbrechen heute sollten 485 syrische Bürger ums Leben kommen», sagte der Chef der syrischen Bahn, George al Kaabari. «Wir fragen die amerikanischen und französischen Botschafter, die sagen, die Proteste seien friedlich: 'Ist das friedlich?'» An Bord des verunglückten Zuges befanden sich neben den 480 Passagieren noch fünf Bahnmitarbeiter.

Die Botschafter der USA und Frankreichs hatten mit einem Besuch der Protesthochburg Hama vor kurzem den Zorn des Regimes von Assad auf sich gezogen. Die Regierung erklärte, die Reise sei nicht genehmigt gewesen, und warf den Diplomaten Einmischung in innere Angelegenheiten vor.

Seit vier Monaten protestieren landesweit Menschen gegen Assads Herrschaft. Das Regime versucht, die Aufstände mit einer Mischung aus gewalttätiger Niederschlagung von Demonstrationen und Reformversprechen in den Griff zu bekommen.

SDA/mrs

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