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Syrische Rebellen sollen Soldaten exekutiert haben

Ein Video ist aufgetaucht, das offenbar zeigt, wie Aufständische zwölf syrische Soldaten misshandeln und hinrichten. Amnesty International erhebt schwere Vorwürfe und kündigt eine Untersuchung an.

Geschlagen, beschimpft und getötet: Bild aus dem Video, das angeblich die Exekution in der Nähe von Sarakeb zeigt. (1. November 2012)
Geschlagen, beschimpft und getötet: Bild aus dem Video, das angeblich die Exekution in der Nähe von Sarakeb zeigt. (1. November 2012)
AFP

Die syrischen Rebellen haben nach Angaben von Aktivisten die strategisch wichtige Region Sarakeb im Norden des Landes eingenommen. Die syrische Armee habe sich dort «von ihrem letzten Stützpunkt» zurückgezogen, berichtete die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Die Aufständischen hatten in der Region laut der Beobachtungsstelle am Donnerstag drei Militärstützpunkte eingenommen. Dabei starben mindestens 28 Soldaten, zwölf von ihnen sollen nach ihrer Festnahme hingerichtet worden sein. In einem von den Menschenrechtsaktivisten verbreiteten Video war zu sehen, wie sie die Soldaten in einer Reihe auf dem Boden zu liegen zwangen, sie schlugen, beschimpften und dann gezielte Todesschüsse abgaben. Bei einem Teil der Soldaten soll es sich um Verletzte gehandelt haben.

«Ich schwöre, dass ich nicht geschossen habe»

«Weisst Du nicht, dass wir auch zum Volk dieses Landes gehören?», sagte etwa ein Rebell zu einem auf dem Boden liegenden Soldaten. Dieser antwortete in Todesangst: «Ich schwöre bei Gott, dass ich nicht geschossen habe». Die Beobachtungsstelle verurteilte die gezielten Hinrichtungen. Die Rebellen dürften dies ebenso wenig wie die Regierungstruppen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International verurteilte den Vorfall aufs Schärfste und kündigte eine Untersuchung an.

Nach Angaben der Londoner Aktivisten befindet sich ein Gebiet im Umkreis von rund 25 Kilometern um die Stadt Sarakeb in der Provinz Idlib herum in der Hand der Rebellen. Durch die Region laufen wichtige Verkehrsverbindungen zwischen der Hauptstadt Damaskus und der Wirtschaftsmetropole Aleppo sowie der Küstenstadt Latakia. Erst kürzlich hatten die Rebellen in der Provinz Idlib mehrere Stellungen der syrischen Armee zerstört.

Kontrolle über Schnellstrasse

Ihr Ziel ist es vor allem, die Schnellstrasse zwischen Damaskus und Aleppo unter Kontrolle zu bringen, die ein wichtiger Nachschubweg für die Truppen von Präsident Bashar al-Assad ist.

Seit Beginn des Konflikts in Syrien Mitte März 2011 wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle mehr als 36'000 Menschen getötet.

dapd/kpn

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