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Syrische Rebellen sollen Geheimbasis in Türkei haben

Offiziell will die Türkei nichts mit dem Krieg in Syrien zu tun haben. Nun mehren sich die Berichte, dass das Nachbarland die Aufständischen militärisch unterstützt – aus einem geheimen «Nervenzentrum» in Adana.

Hier könnte sich die Geheimbasis befinden: In der türkischen Militärbasis Incirlik in Adana. (Juli 2012)
Hier könnte sich die Geheimbasis befinden: In der türkischen Militärbasis Incirlik in Adana. (Juli 2012)
Reuters

In Syrien spitzt sich die Lage immer mehr zu. Zurzeit konzentrieren sich die Kämpfe auf Aleppo. Von dort aus lassen die Rebellen immer grössere Fortschritte vermelden. Mehrere Strassen, die zum Flughafen der grössten Stadt des Landes führen, seien in ihrer Gewalt.

Der Erfolg der Rebellen wirft vor allem rückblickend auf den Bombenangriff in Damaskus am 18. Juli Fragen auf: Wie kann sich eine solch bunt zusammengewürfelte Gruppe von Kämpfern gegen die mächtigen Truppen des Regimes behaupten?

Ein Dreieck aus der Türkei, Katar und Saudiarabien

Einem Bericht zufolge könnten die Rebellen dies der Türkei, Saudiarabien und Katar zu verdanken haben. Wie Reuters mit Verweis auf eine Quelle aus Doha berichtet, betreiben die drei Staaten in der türkischen Stadt Adana eine geheime Basis, von der aus sie die Rebellen militärisch Unterstützen.

«Die Türkei hat die militärische Kontrolle der Basis», erklärt die Person die anonym bleiben will gegenüber der Nachrichtenagentur. Organisatorisch beschreibt sie das Projekt mit einem Dreieck, bei dem die Türkei sich oben an der Spitze und Saudiarabien und Katar die unteren beiden Positionen einnehmen.

Anstoss aus Saudiarabien

Gegründet worden sein soll das sogenannte Nervenzentrum in Adana, nachdem der saudiarabische Aussenminister Prinz Abdulaziz bin Abdullah al-Saud die Türkei besucht, und ein solches Zentrum gefordert habe. Die Türkei habe sich – so die Quelle – rasch einverstanden erklärt. Dies, vor allem wegen dem Gedanken daran, die Operation selbst kontrollieren zu können. Das saudiarabische Aussendepartement war für Reuters nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Adana liegt im Süden der Türkei, etwa hundert Kilometer von der syrischen Grenze entfernt. In der Stadt befindet sich auch die türkische Militärbasis Incirlik. Dem Bericht zufolge ist nicht klar, ob sich das Nervenzentrum in der Basis befindet oder unabhängig davon errichtet wurde.

«Die Türkei ist kein terroristisches Land»

Klar ist laut der Quelle jedoch: «Alle drei Regierungen liefern Waffen an die syrischen Rebellen.» Die Türkei bestreitet dies vehement. Nach dem Bombenanschlag der Rebellen in Damaskus, bei dem vier hochrangige Anhänger des Assad-Regimes getötet wurden, sagte ein türkischer Diplomat, dass sein Land keine Rolle bei der Aktion gespielt habe. «Das steht ausser Frage», sagte er. «Die Türkei ist kein terroristisches Land. Wir verurteilen solche Angriffe aufs schärfste.»

Wie weiss die Weste der Türkei im Syrienkrieg ist bleibt offen. Zwei frühere Mitarbeiter des US-Geheimdiensts belasten die türkische Regierung jedoch noch mehr. Gegenüber Reuters behaupten sie, dass die Türkei eine immer grössere Rolle in der Ausbildung syrischer Rebellen einnehme. Laut den beiden befinden sich zurzeit bis zu 20 ehemalige syrische Generäle in der Türkei. Von dort aus würden sie die Operation der Rebellen steuern.

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