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Syrische Rebellen nehmen Grenzstadt ein

Ein weiterer militärischer Erfolg für die Oppositionellen in Syrien: Nach Wochen schwerer Kämpfe soll sich die Stadt Harem in den Händen der Rebellen befinden.

Erfolg für die Rebellen: Kämpfer in der syrischen Stadt Aleppo. (25. Dezember 2012)
Erfolg für die Rebellen: Kämpfer in der syrischen Stadt Aleppo. (25. Dezember 2012)
Reuters

Nach Wochen schwerer Kämpfe haben syrische Rebellen Aktivisten zufolge einen weiteren militärischen Erfolg verbucht und eine Stadt im Grenzgebiet zur Türkei erobert. Die Kämpfer hätten nach langer Belagerung die Stadt Harem in der Provinz Idlib eingenommen, teilte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Mohammed Kanaan, ein Aktivist in Idlib, sagte über Internettelefon, Harem sei vollständig befreit. Zuletzt hätten die Aufständischen die historische Zitadelle der Stadt eingenommen, die die syrische Armee zu einem Militärstützpunkt gemacht habe. «Harem ist sehr wichtig, weil es eine der Städte ist, die bislang dem Regime gegenüber loyal war», sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami-Abdul-Rahman. Die Aufständischen haben inzwischen grosse Gebiete entlang der Grenze zur Türkei erobert, vor allem im Norden der Provinz Aleppo.

Keine Chemiewaffen

Der syrische Botschafter in Moskau, Riad Haddad, wies indes Berichte über den Einsatz von Chemiewaffen gegen Regierungsgegner als «völlig unwahr» zurück. «Das war offensichtlich eine Provokation und Teil eines Planes, psychologischen Druck auf die syrische Regierung auszuüben», sagte er der Agentur Interfax.

Er warf den Rebellen vor, sie wollten mit Falschinformationen eine ausländische Intervention in Syrien provozieren. Zuvor hatten Oppositionelle über den Einsatz von «giftigen Gasen» in der Unruheregion Homs berichtet. Sechs Rebellen seien erstickt und rund 71 Menschen mit Atemproblemen und Übelkeit in Kliniken gebracht worden.

Verwirrung um Aussenamts-Sprecher

Verwirrung gab es erneut über den Aufenthaltsort des flüchtigen Sprechers des syrischen Aussenministeriums, Jihad Makdissi, der Anfang Dezember mit seiner Familie aus dem Bürgerkriegsland ausgereist war. Wie die Zeitung «Guardian» berichtete, floh Makdissi nach Washington, nachdem er dem US-Geheimdienst wichtige Informationen über den Machtapparat Assads übermittelt habe.

Von offizieller Seite wurde das in den USA nicht bestätigt. Syrische Behörden bestritten, dass Makdissi desertiert sei. Vielmehr habe er drei Monate Urlaub genommen, zitierte das Blatt syrische Kreise.

Brahimis Bemühungen

Der UNO-Sonderbeauftragte Lakhdar Brahimi bemüht sich derweil weiter um eine Lösung des Konflikts, der seit März 2011 mehr als 42'000 Menschen das Leben kostete. Brahimi traf sich nach Beratungen mit Assad am Montag in Syrien mit der vom Regime geduldeten Opposition.

Der Vorsitzende des Nationalen Koordinationskomitees für den Demokratischen Wandel, Hassan Abdul Asim, sagte der dpa nach dem Treffen, Brahimi wolle einen Konsens zwischen USA und Russland erreichen, um den Weg für einen friedlichen Übergabe der Macht zu ebenen.

Papst fordert Ende der Gewalt

Der Papst mahnte ein Ende der Gewalt in Syrien an. Benedikt XVI. sagte am ersten Weihnachtsfeiertag in Rom: «Noch einmal rufe ich dazu auf, das Blutvergiessen zu beenden, die Hilfeleistungen für die Flüchtlinge und Evakuierten zu erleichtern und auf dem Weg des Dialogs eine politische Lösung für den Konflikt zu verfolgen.»

dapd/sda/mw

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