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Syrische Rebellen erobern Militärzentrum in Aleppo

Die Gruppe Fahah Halab hat offenbar ein riesiges Gelände im Westen der Grossstadt Aleppo eingenommen. An einer anderen Front starteten Armee und Hizbolla eine Offensive.

Konnten den Militärkomplex nicht halten: Soldaten der syrischen Armee in Aleppo. (4. Juli 2015)
Konnten den Militärkomplex nicht halten: Soldaten der syrischen Armee in Aleppo. (4. Juli 2015)
George Oufalian, AFP

Ein Zusammenschluss syrischer Aufständischer hat nach Angaben von Aktivisten in der Metropole Aleppo ein bislang von der Führung gehaltenes Militärzentrum erobert. Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte heute erklärte, übernahm die Rebellengruppe namens Fatah Halab in der Nacht das von der Führung zu einer Kaserne umfunktionierte Wissenschaftliche Forschungszentrum im Westen von Aleppo. Dieses besteht aus mehreren Gebäuden und erstreckt sich über ein riesiges Gelände.

Der Beobachtungsstelle zufolge begann der Angriff der Aufständischen bereits am Freitagnachmittag. Regierungstruppen versuchten demnach vergeblich, das Zentrum aus den Händen der Rebellen zurückzuerobern. Die Aufständischen stellten Videoaufnahmen ihrer Eroberung ins Internet, auf denen zu sehen ist, wie Dutzende Kämpfer auf dem Gelände des Zentrums stehen, «Allahu Akbar» (Allah ist der Grösste) rufen und in die Luft schiessen. Im Hof ist die Flagge der syrischen Revolution gehisst, zahlreiche Gebäude sind schwer beschädigt.

Strategisch wichtige Eroberung

Am Samstagmorgen nahm die syrische Armee nach Angaben der Organisation den Beschuss des Geländes wieder auf. Seit Juli 2012 ist Aleppo praktisch in einen von den Rebellen gehaltenen Osten und einen von Regierungstruppen kontrollierten Westen gespalten. Der Vormarsch der Aufständischen im Westen der Stadt gilt nun als strategisch wichtig.

Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Grossbritannien bezieht ihre Informationen aus einem Netzwerk vor Ort. Wegen der unübersichtlichen Lage in dem Bürgerkriegsland sind die Angaben von unabhängiger Seite kaum überprüfbar.

Syrische Armee und Hizbollah starten Offensive

Die syrische Armee und die verbündete Hisbollah-Miliz haben nach eigenen Angaben eine Offensive gegen sunnitische Rebellen gestartet. Ziel sei die von Aufständischen gehaltene Stadt Sabadani nahe der Grenze zu Libanon. Die libanesische Miliz und die Streitkräfte des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad hätten dazu schwere Artillerie und Kampfflugzeuge in die Region verlegt, teilte die Hizbollah am Samstag mit.

Die Stadt ist wegen ihrer Nähe zur Schnellstrasse zwischen Beirut und Damaskus von strategischer Bedeutung. Die Armee hatte ihre Luftangriffe zuletzt verstärkt. Die meisten Einwohner haben Sabadani verlassen.

Anschlag auf Kämpfer der Nusra-Front in Moschee

In dem vierjährigen Bürgerkrieg kämpfen zahlreiche Rebellengruppen gegen Assad. Sie bekriegen sich aber auch gegenseitig. Am Freitag wurden bei einer Explosion in einer Moschee in der Provinz Idlib im Nordwesten mindestens 25 Mitglieder des Al-Qaida-Ablegers Nusra-Front getötet.

Anhänger der Nusra-Front machten die Terrormiliz Islamischer Staat dafür verantwortlich. Der IS kämpft gegen die Assad-Truppen aber auch an mehreren Fronten in Syrien gegen die Nusra-Front, die zusammen mit anderen Rebellengruppen den grössten Teil der Provinz Idlib kontrolliert.

(AFP)

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