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Syrische Opposition wählt Interims-Premier

Ghassan Hitto wurde von der Nationalen Syrischen Koalition als Übergangsregierungschef gewählt. Der 50-jährige «Konsens-Kandidat» lebte lange in den USA und arbeitete in der Telekombranche.

Die syrische Opposition bekommt ein Gesicht: Ghassan Hitto spricht in Istanbul zu den Medien. (18. März 2013)

Der Regimekritiker Ghassan Hitto ist von der syrischen Opposition zum Ministerpräsidenten einer Übergangsregierung gewählt worden. Das teilten Vertretern der Nationalen Koalition und der syrischen Muslimbruderschaft in Istanbul mit.

An den Gesprächen in Istanbul nahmen rund 70 Mitglieder der Nationalen Koalition teil. 35 von 49 ihrer Mitglieder hätten nach 14-stündigen Beratungen für Hitto gestimmt, sagte ihr Vertreter Hischam Marwa.

Einige von ihnen verliessen die Beratungen jedoch noch vor der Wahl, ein Zeichen für die Spaltungen innerhalb des grössten Oppositionsbündnisses. Dennoch nannten mehrere Vertreter Hitto einen «Konsens-Kandidaten», der auf Zustimmung sowohl beim islamistischen wie auch beim liberalen Lager stosse.

Zwölf Bewerber

Für den Posten des Übergangspremiers gab es insgesamt zwölf Kandidaten. Hittos grösster Rivale, der frühere Landwirtschaftsminister Assaad Mustafa, der einst unter Bashar al-Assads Vater Hafis amtierte und später zu den Rebellen überlief, erhielt sieben Stimmen.

Zwei weitere Favoriten, darunter der Wirtschaftsexperte Ussama al-Kadi, zogen ihre Kandidatur zurück. Erst danach begann die Wahl.

IT-Fachmann

Der aus Damaskus stammende Hitto ist Jahrgang 1963. Er hat eine Karriere als IT-Fachmann hinter sich. Er hatte in den vergangenen Jahren mit seiner Familie in den USA gelebt und war erst vor kurzem in die Türkei umgezogen, um sich der Hilfe für die syrischen Flüchtlinge und Vertriebenen zu widmen.

Die Oppositionellen, die seit Montagmorgen in einem Hotel tagten, erklärten, die von Hitto zu bildende Regierung werde ihren Sitz in den «befreiten Gebieten» von Syrien haben. Die Gegner des Regimes von Präsident Bashar al-Assad hatten lange darüber gestritten, ob jetzt schon der richtige Zeitpunkt für die Bildung einer eigenen Regierung gekommen sei.

An der Abstimmung über den Regierungschef nahm die Führungsriege der Nationalen Syrischen Koalition unter Leitung von Muas al-Chatib teil. Die Mitglieder der oppositionellen Koalition durften sich nicht um den Posten bewerben.

SDA/chk

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