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Syrische Armee weitet Offensive aus – Festnahmen in Aleppo

Syrische Streitkräfte haben ihre Offensive gegen Regierungskritiker intensiviert und mehrere Studenten in der Stadt Aleppo festgenommen. Nach Assads Rede kam es in verschiedenen Städten zu Protesten.

Gespaltene Bevölkerung: Regime-Anhänger protestieren gegen den US-Botschafter Robert Ford. Syrische Sicherheitskräfte sichern ab. (8. Juli 2011)
Gespaltene Bevölkerung: Regime-Anhänger protestieren gegen den US-Botschafter Robert Ford. Syrische Sicherheitskräfte sichern ab. (8. Juli 2011)
Reuters
Demonstration nach dem Freitagsgebet in Damaskus. (8. Juli 2009)
Demonstration nach dem Freitagsgebet in Damaskus. (8. Juli 2009)
Reuters
Ein Amateurvideo zeigt, wie Panzer der Regierung in die Stadt Daraa einfahren.(25. April 2011)
Ein Amateurvideo zeigt, wie Panzer der Regierung in die Stadt Daraa einfahren.(25. April 2011)
Reuters
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Die syrischen Sicherheitskräfte hätten in der nördlichen Handelsmetropole Aleppo weitere Strassenblockaden errichtet. Dies sagte ein Geschäftsmann aus Aleppo der Nachrichtenagentur Reuters am Telefon. Agenten des Militärgeheimdienstes patrouillierten in den Strassen und kontrollierten die Personalien von Passanten.

Zu den Festnahmen an der Universität sei es gekommen, nachdem zahlreiche Studenten auf dem Campus-Gelände demonstriert und dabei auch die jüngste Rede von Präsident Baschar al-Assad kritisiert hätten, berichteten Menschenrechtsaktivisten. Dutzende Studenten seien festgenommen worden.

Auch in der nahe gelegenen Ortschaft Tel Rifaat seien zwölf Demonstranten festgenommen worden, darunter ein Prediger. Da die syrischen Behörden die meisten Auslandskorrespondenten ausgewiesen haben, ist eine Überprüfung der Berichte schwierig.

Assad hatte in seiner Ansprache am Montag erneut Reformen versprochen. Zugleich machte der Präsident Saboteure für die Unruhen verantwortlich und liess keinen Zweifel daran, dass er an der Macht festhält.

Proteste nach Assad-Rede

Seine mit Spannung erwartete Rede blieb hinter den Erwartungen vieler Syrer zurück: In zahlreichen Städten zogen anschliessend erneut Bewohner auf die Strassen und beschimpften Assad als Lügner und Mörder.

In der Nacht auf Dienstag kam es nach Augenzeugenberichten zu grösseren Demonstrationen in den Städten Hama und Deir al-Sor. In Hama hatte Assads Vater Hafez al-Assad 1982 einen Aufstand niederschlagen lassen. Tausende Zivilisten wurden getötet.

Die Regierung in Damaskus geht seit Monaten mit Gewalt gegen Demonstranten vor, die ein Ende der Herrschaft Assads fordern. Nach Darstellung von Menschenrechtlern sind dabei bislang mindestens 1300 Zivilisten getötet und 10.000 Menschen festgenommen worden.

In den vergangenen Tagen gingen Sicherheitskräfte besonders in der nordwestlichen Region an der Grenze zur Türkei gegen Aufständische vor.

SDA/pbe

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