Syriens Krieg spitzt sich zur humanitären Krise zu

Bei Kämpfen wurden in Syrien mindestens 50 Menschen getötet. Derweil fordert das Rote Kreuz tägliche Gefechtspausen, um die Bevölkerung in Homs versorgen zu können. Deren Lage sei besorgniserregend.

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Der Konflikt in Syrien entwickelt sich nach Einschätzung der internationalen Gemeinschaft immer mehr zu einer humanitären Notlage. Während das Rote Kreuz seine Forderung nach einer täglichen Kampfpause untermauerte, wurden allein heute wieder mehr als 50 Menschen getötet. Die UN-Vizegeneralsekretärin für humanitäre Angelegenheiten, Valerie Amos, forderte für Hilfsorganisationen einen ungehinderten Zugang zur Bevölkerung. Eine Gefechtspause müsse mindestens zwei Stunden dauern, um den Mitarbeitern des IKRK und des Syrisch-Arabischen Roten Halbmonds zu erlauben, die Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen und die Verletzten in Sicherheit zu bringen, erklärte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. In der seit Wochen von der Armee belagerten Rebellenhochburg Homs könnten ganze Familien über Tage ihre Wohnungen nicht verlassen, um Lebensmittel zu besorgen.

Während die oppositionelle Freie Syrische Armee (FSA) sich für eine derartige Gefechtsunterbrechung aussprach, äusserten sich die Behörden bis zum Abend nicht. Der Syrische Nationalrat (SNC), der Dachverband der syrischen Opposition im Exil, rief die internationale Gemeinschaft dagegen auf, sich für die Aufhebung der Belagerung von Homs einzusetzen, um die Bevölkerung dort mit Medikamenten und Lebensmitteln versorgen zu können.

Auch die USA und UNO begrüssten die Forderung nach einer Kampfpause. Die «grosse Menschenrechtskrise» in Syrien habe zunehmend schwere humanitäre Auswirkungen, erklärte UN-Vizegeneralsekretärin für humanitäre Angelegenheiten, Amos. Medizin und Nahrungsmittel würden «stark benötigt». Ihren Angaben zufolge stellte die EU drei Millionen Euro für Medikamente und die Unterbringung von Flüchtlingen in Nachbarländern bereit.

In der unter Dauerbeschuss liegenden Stadt Homs wurden laut Aktivisten mindestens 16 Menschen getötet. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte waren 56 Panzer und Truppenfahrzeuge in Richtung der Rebellenhochburg unterwegs. Auch der SNC warnte, die Armee bereite mit dem intensiven Beschuss der vergangenen Tage die Stürmung der Stadt vor.

Landesweit wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle am Dienstag insgesamt 57 Zivilisten getötet, darunter 33 Zivilisten aus der Ortschaft Abdita. Zudem eröffneten den Angaben zufolge Sicherheitskräfte in Aleppo das Feuer auf rund 2500 Demonstranten, die sich an der Universität zu einem Sitzstreik versammelt hatten.

Russland lehnte eine Teilnahme an der internationalen Syrien-Konferenz am Freitag in Tunis ab. Das russische Aussenministerium verwies bei der Absage darauf, dass zu dem Treffen nur Vertreter der Opposition, nicht aber der Regierung eingeladen seien. Russland gilt als Verbündeter Syriens und führt enge Handelsbeziehungen mit dem Land.

kpn/jak/sda

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