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Syrien soll heimlich an Atomreaktor gebaut haben

Syrien soll gemäss mehrerer Quellen an einem geheimen Atomwaffenprogramm gearbeitet haben. Die Schweiz hat derweil die Konten von Präsident Bashar Assad eingefroren.

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Von Israel bombardiert: Der mutmassliche syrische Atomreaktor in der Nähe von al-Kibar. (Archivbild)
Von Israel bombardiert: Der mutmassliche syrische Atomreaktor in der Nähe von al-Kibar. (Archivbild)
Keystone

Syrien hat nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mit hoher Wahrscheinlichkeit an einem geheimen Atomprogramm gearbeitet. Das teilte die IAEA am Dienstag in Wien mit und kam damit zu dem gleichen Schluss wie die USA.

Bei einem vor vier Jahren von Israel bombardierten Ziel in Syrien habe es sich sehr wahrscheinlich um einen fast fertiggestellten, heimlich gebauten Atomreaktor gehandelt, erklärte die IAEA.

Syrien bestreitet Angaben

Syrien hat den Vorwurf bestritten, wonach die Anlage zur Anreicherungen von Plutonium diente, und der IAEA keine weiteren Inspektionen vor Ort erlaubt. Bei einer ersten Besichtigung 2008 hatten die Kontrolleure Hinweise auf eine atomare Nutzung gefunden. Die IAEA hatte im vergangenen Monat angekündigt, Syrien wegen der Anlage vor den UNO-Sicherheitsrat zitieren zu wollen.

Der Internationalen Atomenergiebehörde liegen weiter auch neue Informationen über das iranische Atomprogramm vor. Sie erhärten den Verdacht, dass Teheran in der Vergangenheit oder gegenwärtig ein Atomwaffenprogramm hat. Diese Informationen würden momentan geprüft, heisst im neuen Iran-Bericht.

Die Informationen enthielten weitere Details über mögliche Atomwaffenaktivitäten bis zum Jahr 2010, hiess es aus diplomatischen Kreisen in Wien.

Schweiz friert Assad-Konten ein

Die Schweiz hat die Konten des syrischen Präsidenten Baschar Assad eingefroren. Das gab die Regierung am Dienstag in Genf bekannt. Wegen der blutigen Niederschlagung der Protestbewegung hat derweil auch die EU ihre Sanktionen gegen Syrien verschärft und neu auch Strafmassnahmen gegen Staatschef Baschar al-Assad verhängt.

Für al-Assad und 22 weitere Angehörige seines Regimes gilt auch ein Einreiseverbot in die Schweiz, zudem werden ihre Konten gesperrt. Assad war von einer vor zwei Wochen beschlossenen ersten Sanktionsrunde ausgenommen worden. Am Montag erweiterte die EU ihre Sanktionen auf ihn und Angehörige seines Regimes.

Der Bundesrat hatte sich am vergangenen Mittwoch den EU- Sanktionen angeschlossen, die am 9. Mai verhängt worden waren. Diese richteten sich gegen 13 Regimeangehörige, nicht aber gegen Assad.

Syrien spricht von «Fehler»

Syrien bezeichnete die von der EU beschlossenen Sanktionen gegen Staatschef Baschar al-Assad als «Fehler». «Die Europäer haben ihrer Geschichte des Kolonialismus in dieser Region eine neue schwarze Seite hinzugefügt», sagte Aussenminister Walid Muallem am Montagabend im syrischen Staatsfernsehen.

Russlands Präsident Dmitri Medwedew forderte al-Assad am Dienstag per Telefon zu Reformen auf. Damaskus solle in einen breiten Dialog treten mit allen Bevölkerungsgruppen, sagte Medwedew nach Angaben seiner Sprecherin. Assad habe im Gespräch betont, dass er nicht mit radikalen und fundamentalistischen Gruppen verhandeln wolle.

Sicherheitskräfte gehen seit Mitte März gewaltsam gegen die Opposition in Syrien vor, die demokratische Reformen und ein Ende der Herrschaft von Assads Baath-Partei fordert. Menschenrechtlern zufolge wurden dabei mindestens 800 Zivilisten getötet.

(SDA)

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