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Syrien druckt frisches Geld in Russland

Wegen des anhaltenden Aufstands in Syrien geht der Regierung das Geld aus. Um die Gehälter der Staatsbediensteten zahlen zu können, lässt das Regime nun offenbar in Russland neues drucken.

Die Inflation im Land droht sich zu verschärfen: Präsident Bashar al-Assad auf einem Plakat in Homs. (13. Juni 2012)
Die Inflation im Land droht sich zu verschärfen: Präsident Bashar al-Assad auf einem Plakat in Homs. (13. Juni 2012)
Reuters

Das von Bürgerkriegswirren geschwächte Syrien lässt neue Banknoten in Russland drucken. Wie mehrere Bankenvertreter der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch in Damaskus bestätigten, sind in der Hauptstadt und in Aleppo versuchsweise neue Banknoten aus russischer Produktion in Umlauf gebracht worden.

Bei der Aktion handle es sich nicht um einen blossen Austausch verschlissener Scheine, sondern um zusätzliche Geldspritzen zum Bezahlen der Gehälter von Staatsbediensteten. Der Schritt droht die Inflation in Syrien zu verschärfen, die bereits bei 30 Prozent liegt.

Zwei Millionen Staatsbedienstete

Der Regierung von Präsident Bashar al-Assad sind in dem seit 15 Monaten anhaltenden Aufstand zunehmend die Einnahmequellen weggebrochen. Insbesondere die Ölexporte sind von den internationalen Sanktionen betroffen.

Um weitere Unruhe in der Bevölkerung zu vermeiden, werden den Bankern zufolge die Gehälter der zwei Millionen Staatsbediensteten – von insgesamt 4,5 Millionen landesweit Beschäftigten – vordringlich behandelt.

Der «letzte Ausweg»

Ein hochrangiger Geschäftsmann mit Verbindung zu den Finanzbehörden sagte, das Defizit wachse schnell. «Und um es zu finanzieren, haben sie beschlossen, Geld zu drucken.» Einer der Banker sprach von einem «letzten Ausweg», zu dem sich die Regierung nach monatelanger Diskussion entschlossen habe.

Der scheidende syrische Finanzminister Mohammed al-Jleilati hatte in der vergangenen Woche erklärt, seine Regierung habe bei einem Wirtschaftstreffen Ende Mai in Russland über das Drucken von Banknoten gesprochen.

SDA/wid

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