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Syrien: Assads Präsidentenpalast unter Beschuss

Der Bürgerkrieg in Syrien rückt immer dichter an Präsident Assad heran: In der Nähe seines Palastes schlugen mehrere Granaten ein. Assad hat nun offenbar die Republikanische Garde nach Damaskus zurückbeordert .

Die Granaten verfehlten ihr Ziel: Eine Frau weint vor ihrem zerstörten Haus in der Nähe des Präsidentenpalastes in Damaskus. (7. November 2012)
Die Granaten verfehlten ihr Ziel: Eine Frau weint vor ihrem zerstörten Haus in der Nähe des Präsidentenpalastes in Damaskus. (7. November 2012)
Reuters

Für Syriens Präsident Bashar al-Assad wird die Lage offenbar immer ernster: Bei einem Granatwerfer-Angriff in der Nähe des Präsidentenpalastes in Damaskus kamen nach Angaben staatlicher Medien mindestens drei Menschen ums Leben.

Rebellen erklärten anschliessend, der Beschuss habe einem nahe gelegenen Flughafen und dem Regierungssitz gegolten. Die Regierungstruppen in der Hauptstadt wurden nach dem Angriff in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Sicherheitskräfte sperrten laut Augenzeugen alle Zufahrtstrassen. Auch Schulen seien geschlossen worden, hiess es.

Die Website All4Syria meldete, Assad habe wegen der jüngsten Geländegewinne der Regimegegner im Umland von Damaskus bereits die Republikanische Garde aus den Rebellenhochburgen Homs und Hama zurückbeordert. Mehrere Konvois der Spezialeinheit seien in den vergangenen zwei Tagen auf der Schnellstrasse Homs-Damaskus gesichtet worden.

Landesweit kamen am Mittwoch nach Angaben von Regimegegnern im Laufe des Tages 66 Menschen ums Leben. Die meisten Opfer habe es im Umland von Damaskus gegeben.

Suche nach gemeinsamer Vision

In dem Golfemirat Katar debattierten die Mitglieder des oppositionellen Syrischen Nationalrats (SNC) weiter über eine Umgestaltung ihrer Führungsgremien. Ein Teilnehmer des seit Sonntag andauernden Treffens sagte, 40 SNC-Mitglieder hätten sich um die Position des Vorsitzenden beworben. Wegen der vielen Bewerber werde sich die Wahl des neuen Vorsitzenden verzögern.javascript://

Am Donnerstag werden in Katar auch Oppositionelle erwartet, die nicht dem SNC angehören. Dann wird sich zeigen, ob es den Gegnern von Präsident Assad diesmal gelingen wird, sich auf eine gemeinsame Vision für die Zukunft Syriens zu einigen. Bei früheren Treffen der Opposition war dies an den Partikularinteressen der einzelnen Gruppierungen gescheitert.

Cameron sucht Gespräch mit Rebellen

Die britische Regierung plant Gespräche mit bewaffneten Rebellengruppen in Syrien. Die Regierung habe grünes Licht zur Aufnahme von Kontakten mit Vertretern der bewaffneten Gruppen erteilt, erklärte das Büro von Premierminister David Cameron am Mittwoch. Aus Regierungskreisen verlautete, dabei gehe es um einen politischen Dialog, nicht um Waffenlieferungen.

Cameron besuchte am Mittwoch ein Lager für syrische Flüchtlinge im Norden Jordaniens. Dem Fernsehsender Al Arabija sagte er, er würde sich für freies Geleit für den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad einsetzen, wenn dies ein Ende des blutigen Konflikts in Syrien herbeiführen könne.

SDA/ses

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