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Sandro Brotz interviewt Syriens Diktator

Der SRF-Moderator hat für die Sendung «Rundschau» die Gelegenheit erhalten, den syrischen Machthaber Bashar al-Assad zu interviewen. Er zeigt ihm Fotos verletzter Kinder.

Es seien mehrere Anfragen nötig gewesen, bis das Gespräch bewilligt worden sei, schreibt das SRF. Assad misstraue westlichen Medien, da diese seiner Meinung nach Propaganda gegen die syrische Regierung verbreiten würden: Für ihn ist die Berichterstattung über Aleppo eine «Hysterie».

Durfte nur ungekürzt gezeigt werden: Das Gespräch von Brotz mit Assad.
Durfte nur ungekürzt gezeigt werden: Das Gespräch von Brotz mit Assad.
Screenshot SRF
Selbstdarstellung: Brotz dokumentierte seine Reise nach Syrien.
Selbstdarstellung: Brotz dokumentierte seine Reise nach Syrien.
Sandro Brotz/SRF
Brotz auf dem Weg zum Präsidentenpalast in Damaskus.
Brotz auf dem Weg zum Präsidentenpalast in Damaskus.
Sandro Brotz/SRF
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Doch das «Rundschau»-Team und Moderator Brotz konnten offenbar überzeugen: Das Interview wurde aus naheliegenden Gründen von Kameraleuten der syrischen Regierung aufgenommen, aber überraschenderweise mussten die Fragen nicht, wie sonst üblich, zuvor eingereicht werden. Zudem seien alle Fragen zugelassen und nicht zensiert worden.

Geschont hat Brotz den Machthaber nicht, und Assad liess sich das gefallen: Der Schweizer zeigte ihm, wie man in einem ersten Ausschnitt des Interviews sieht, das Foto eines syrischen Jungen, der aus den Trümmern gerettet worden ist – blutverschmiert, verängstigt, traumatisiert. «Sie haben die Macht, die Situation zu ändern für die Kinder in Aleppo», so Brotz. Assads Antwort darauf: «Genau das ist unsere Mission gemäss der Verfassung, dass wir die Menschen beschützen müssen. Doch wie kann man sie schützen, wenn sie unter der Kontrolle von Terroristen sind? Wir müssen die Terroristen angreifen, das ist offensichtlich.»

Für Syrien-Experte und Korrespondent Kurt Pelda, den die «Rundschau» für eine Einschätzung des Interviews heranzog, ist das ein «zynisches Propaganda-Märchen»: Assad behaupte, «dass sich die Zivilisten, und damit auch die Kinder, in Ost-Aleppo in Geiselhaft befänden, und er sie daraus retten müsse. Warum er dann mit seinen Bomben ausgerechnet jene Leute töten lässt, die er eigentlich befreien will, lässt er offen.»

Übernommen von 20 Minuten, bearbeitet durch Tages-Anzeiger.

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