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Obama entschuldigt sich für Spital-Angriff

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen will eine Kommission einsetzen, um das Bombardement auf die Klinik von Kunduz zu untersuchen. Barack Obama versucht zu beschwichtigen.

Die USA räumten den Angriff als Fehler ein: US-General John Campbell bei einer Medienkonferenz. (6. Oktober 2015)
Die USA räumten den Angriff als Fehler ein: US-General John Campbell bei einer Medienkonferenz. (6. Oktober 2015)
Jim Watson, AFP
Das reparierte Tor der Ärzte-ohne-Grenzen-Klinik in Kunduz, bevor sich die USA Zutritt zum Gelände verschafften. (15. Oktober 2015)
Das reparierte Tor der Ärzte-ohne-Grenzen-Klinik in Kunduz, bevor sich die USA Zutritt zum Gelände verschafften. (15. Oktober 2015)
Najim Rahim, Keystone
Das Bombardement ereignete sich in der Nacht gegen 02.10 Uhr.
Das Bombardement ereignete sich in der Nacht gegen 02.10 Uhr.
MSF, AFP
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Die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat die Bombardierung ihrer Klinik im afghanischen Kunduz als «Angriff auf die Genfer Konventionen» bezeichnet. MSF-Präsidentin Joanne Liu forderte die Untersuchung des Vorfalls durch eine internationale humanitäre Kommission.

Sie habe «kein Vertrauen in eine interne militärische Untersuchung», sagte sie am Mittwoch. «Das war nicht nur ein Angriff auf unser Spital, es war ein Angriff auf die Genfer Konventionen. Das kann nicht hingenommen werden», sagte die MSF-Chefin zu Journalisten in Genf. Die vier Genfer Konventionen bilden den Kern des humanitären Völkerrechts.

Obama entschuldigt sich

US-Präsident Barack Obama hat sich bei der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen für den US-Luftangriff entschuldigt. Obama habe in einem persönlichen Telefonat mit Joanne Liu sein Bedauern über den Tod der 22 Menschen in dem Krankenhaus ausgedrückt, sagte der Sprecher des Weissen Hauses, Josh Earnest.

Der Präsident habe Liu dabei auch eine genaue und objektive Untersuchung versprochen und Änderungen bei der Vorgehensweise des US-Militärs in Aussicht gestellt, sollte das dazu beitragen, solche Zwischenfälle in Zukunft zu verhindern.

Umfassende Untersuchung angekündigt

MSF-Generaldirektor Christopher Stokes hatte bereits am Montag eine «vollständige und transparente Untersuchung» des Vorfalls mit 22 Toten durch eine «unabhängige internationale Organisation» gefordert. Nach US-Angaben hatten afghanische Streitkräfte, die unter Beschuss von Taliban-Kämpfern standen, den Angriff am frühen Samstagmorgen angefordert. Bei den Toten handelt es sich den Angaben zufolge um zwölf MSF-Mitarbeiter und zehn Patienten, darunter drei Kinder.

Nach Angaben der Hilfsorganisation waren die afghanischen und die US-Streitkräfte über die GPS-Koordinaten des Spitals informiert, das seit vier Jahren in Betrieb war. Es war das einzige im Nordosten Afghanistans, das schwere Kriegsverletzungen behandeln konnte. US-Präsident Barack Obama hat eine umfassende Untersuchung des US-Luftangriffs angekündigt.

SDA/dia

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