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So sieht Trumps Palästina aus

Der Vorher-Nachher-Vergleich zeigt, dass der Plan des US-Präsidenten für eine «Zweistaatenlösung» vor allem für Israel vorteilhaft wäre.

Ein eigener Staat für die Palästinenser, 50 Milliarden Dollar Wirtschaftshilfe, Entmilitarisierung: Donald Trump hat nach eigener Aussage einen «grossartigen Plan» vorgestellt, der dem Nahen Osten Frieden bringen soll. Doch die «Zweistaatenlösung» des US-Präsidenten sorgt für viel Kritik. Denn sie kommt vor allem Israel entgegen.

Die Palästinenser fordern im Gazastreifen und dem Westjordanland einen unabhängigen Staat mit der Hauptstadt Ostjerusalem. Trumps Plan sieht aber nur etwa 70 Prozent der Fläche des Westjordanlandes für sie vor. Der Rest würde von Israel annektiert, das zudem einige Enklaven innerhalb des palästinensischen Gebiets offiziell zugesprochen bekäme.

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Der künftige palästinensische Staat wäre vollständig von Israel umgeben, der Gazastreifen und das Westjordanland nur mit einem Tunnel verbunden. Zwei Strassen würden vom Westjordanland zur Grenze nach Jordanien führen, allerdings durch israelisches Staatsgebiet.

Israel besetzt das Westjordanland seit dem Sechstagekrieg von 1967 und hat zahlreiche Siedlungen gegründet, die von der internationalen Staatengemeinschaft als völkerrechtswidrig angesehen werden. Trump will nun die israelische Souveränität über alle Siedlungsgebiete anerkennen. Dazu gehört auch das Jordantal an der Grenze zu Jordanien, das Israel schon heute unter Kontrolle hat.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu kündigte an, sofort die Ausdehnung der Souveränität über das Westjordanland und die israelischen Siedlungsgebiete vorzunehmen. Er stellte klar, dass es keinen Vorschlag für ein Rückkehrrecht der Paläs­tinenser geben werde. Rund 700’000 Palästinenser mussten im Zuge der Staatsgründung ­Israels ihre Häuser verlassen. «Dieses Problem muss ausserhalb Israels gelöst werden», sagte Netanyahu.

Gemäss Trumps Plan wird niemand umgesiedelt, weder Israelis noch Palästinenser. Der Gazastreifen wird entmilitarisiert. Die Palästinenser sollen ihre Waffen abgeben und Israels Verantwortung für die Sicherheit akzeptieren. Zudem soll Jerusalem die «ungeteilte Hauptstadt» von Israel bleiben. Die Palästinenser müssten mit verstreuten und teilweise ärmlichen Gebieten von Ostjerusalem als Hauptstadt ihres neuen Staats vorliebnehmen (weiss eingefärbt in der folgenden Grafik).

Die Palästinenser fordern aber ganz Ostjerusalem als Hauptstadt, nicht nur Teile davon – so, wie es der Plan jetzt vorsieht. In Ostjerusalem liegen einige der heiligsten Stätten von Judentum, Christentum und Islam, darunter die Klagemauer, der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee. Trump versicherte, dass die Moschee allen Muslimen, die in friedlicher Absicht kämen, offen stehen werde.

Beobachter sind sich einig: Viel würde den Palästinensern nicht mehr übrig bleiben für einen eigenen Staat. Deshalb lehnen sowohl der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas als auch die Hamas im Gazastreifen Trumps Plan ab. Im Westjordanland kam es sogar zu gewaltsamen Protesten. Unsere Korrespondentin Alexandra Föderl-Schmid glaubt, dass sich die Spannungen in der Region noch weiter verschärfen werden (Lesen Sie hier den Kommentar).

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