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Saudis bewaffnen offiziell die syrische Opposition

Was bisher wohl verdeckt geschah, wurde nun erstmals von einem Diplomaten bestätigt: Das Ölreich unterstützt den Kampf gegen Bashar al-Assad. Details sind noch kaum bekannt.

Rudimentär bewaffnet: Angehörige der Freien Syrischen Armee in einer Stellung in der Provinz Idlib. (13. März 2012)
Rudimentär bewaffnet: Angehörige der Freien Syrischen Armee in einer Stellung in der Provinz Idlib. (13. März 2012)
AFP

Saudiarabien schickt nach Angaben eines arabischen Diplomaten Waffen an die syrischen Aufständischen. Saudiarabische Militärgüter seien auf dem Weg über Jordanien zu der von Deserteuren gegründeten Freien Syrischen Armee, sagte ein hochrangiger arabischer Diplomat der Nachrichtenagentur AFP.

Es handle sich um eine saudiarabische Initiative, um die «Massaker in Syrien» zu beenden. Weitere Details würden später bekannt gegeben, sagte der Diplomat, ohne Angaben zur Art der Waffenlieferungen zu machen. Saudiarabien ebenso wie Katar befürwortet eine Bewaffnung der Aufständischen in Syrien. Die beiden Länder gehören zu den schärfsten Gegnern von Syriens Präsident Bashar al-Assad.

Warnung vor religiösen Spannungen

Der Westen lehnt die Lieferung von Waffen ab. Er befürchtet im Fall der weiteren Militarisierung der Protestbewegung ein Abgleiten in den Bürgerkrieg. Beobachter warnen bereits vor wachsenden Spannungen zwischen den religiösen und ethnischen Gruppen des Landes.

Heute Samstag wurde die Hauptstadt Damaskus von zwei Bombenanschlägen erschüttert. Bei den Angriffen auf Gebäude der Sicherheitsdienste wurden nach offiziellen Angaben 27 Menschen getötet und knapp hundert weitere verletzt. Die Staatsmedien sprachen von Terrorangriffen.

Wind aus Moskau dreht

Auch Russland wird sich im Syrien-Konflikt nach Einschätzung des früheren Nahost-Beraters von US-Präsident Obama der internationalen Gemeinschaft annähern. «Wir sehen neuerdings Bewegung auf der russischen Seite», sagte Dennis Ross der «Financial Times Deutschland» von gestern.

Russland sei davon abgerückt, Assads Regime zu verteidigen. Es gebe mittlerweile Bereitschaft, neuen Sanktionen zuzustimmen. Nun gehe es darum, die Russen in eine aktive Rolle zu drängen, sagte Ross der «FTD» in dem gemeinsamen Gespräch mit der «Libération». «Wenn Russland sich als Champion des Übergangs sähe, hätte Assad keine Versicherungspolice mehr», sagt Ross. Die russische Regierung könnte zudem ihr Ansehen in der Region retten. Die arabischen Staaten hätten klargestellt, dass Russland sich zwischen ihnen und Assad entscheiden müsse. «Die Botschaft an die Russen ist, dass der Preis für das, was sie tun, sehr hoch ist», sagte Ross.

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow hatte am Mittwoch ungewöhnlich deutlich «grosse Verspätungen» bei der Umsetzung von Reformen durch die Führung in Damaskus moniert. Zwar seien sinnvolle Gesetze auf den Weg gebracht worden, um das System zu erneuern und «pluralistischer» zu machen, doch dies sei mit «grossen Verspätungen» geschehen, kritisierte Lawrow. Moskau ist einer der wichtigsten Verbündeten von Damaskus. Gemeinsam mit Peking hat Moskau bereits zwei Mal die Verabschiedung einer Resolution im UN-Sicherheitsrat zur Verurteilung der gewaltsamen Unterdrückung der Proteste blockiert.

AFP/ami

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