Zum Hauptinhalt springen

Satellitenbilder zeigen das zerstörte Aleppo

Strassensperren, verwüstete Häuserblocks und Trümmerhaufen, wo einst das Minarett der Umajaden-Moschee stand: Amnesty International hat eine Reihe von Vorher-Nachher-Bildern von Aleppo veröffentlicht.

Wie die Nadel einer übergrossen Sonnenuhr wirft das Minarett von Aleppos Umajaden-Moschee seinen Schatten über den Platz vor dem Gotteshaus. Zu sehen ist das Minarett aus dem elften Jahrhundert auf einem Satellitenbild, welches im März 2013 aufgenommen wurde. Auf dem Satellitenbild vom Mai 2013 ist der Schatten verschwunden; wo dieser einst ruhte, liegen nun die Trümmer des Turmes selber.

Das Minarett der Umajaden-Moschee war Ende April 2013 während Kämpfen zwischen Rebellen und syrischen Regierungstruppen eingestürzt. Minarett und Moschee gehörten zusammen mit der Altstadt von Aleppo zum Unesco-Welterbe. Die Satellitenbilder, welche die Zerstörung dokumentieren, wurden von Amnesty International veröffentlicht.

Verwüstete Häuserzeilen

Die Menschenrechtsorganisation hat insgesamt sieben Satellitenaufnahmen publiziert, welche den verheerenden Zustand von Syriens grösster Stadt aufzeigen: Hunderte zerstörter Häuser und Tausende Strassensperren, die auf Kämpfe hindeuten. Die Fotos waren zwischen September 2012 und Mai 2013 geschossen worden. Sie stammen von den Anbietern Digital Globe und Astrium. Amnesty International analysierte sie zusammen mit der American Association for the Advancement of Science, der weltweit grössten wissenschaftlichen Gesellschaft und Herausgeberin der Zeitschrift «Science».

Die Vorher-Nachher-Bilder zeigen: Die Auswirkungen des Bürgerkriegs auf Aleppo sind enorm. In verschiedenen Vierteln der Stadt haben Raketen und Granaten ganze Häuserzeilen verwüstet. «Die Zerstörung, welche diese Bilder an die Oberfläche brachten, ist enorm», sagt Donatella Rovera von Amnesty auf der Homepage der Organisation. Das Amnesty-Mitglied hat Aleppo in den vergangenen Monaten mehrere Male besucht.

Die Aufnahmen belegten laut Rovera auf schockierende Weise, wie im Syrien-Konflikt gekämpft werde: mit völliger Missachtung jeglicher internationaler humanitärer Gesetze. «Die Bilder sind Momentaufnahmen einer Bevölkerung unter brutaler Belagerung», sagte Amnesty-Aktivist Christoph Koettl in einer Erklärung. Die Satellitenbilder liessen keine Zweifel darüber, weshalb mittlerweile gut die Hälfte der Bewohner Aleppos geflohen sei.

Sechs Millionen auf der Flucht

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen kamen in Syrien seit März 2011 über 100'000 Menschen ums Leben. Rund 6 Millionen Syrer befinden sich auf der Flucht.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch